Heidelberg: Neue Wohnungen für Angestellte des Uniklinikums
Von Anica Edinger
Heidelberg. Der Neubau an Wohnungen deckt die Nachfrage nicht. Das war erst kürzlich ein Ergebnis des aktuellen Bautätigkeitsberichts (RNZ vom 25. November). Die Hoffnungen des Baubürgermeisters Jürgen Odszuck ruhten dabei auf der Bahnstadt und den Konversionsflächen. Doch wie die RNZ jetzt erfuhr, wird nicht nur dort in den nächsten Jahren neu gebaut. Am Wieblinger Weg und an der Neckarspitze – direkt oberhalb der Bundesstraße 37 – startet die städtische Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz (GGH) voraussichtlich im ersten Quartal des kommenden Jahres mit dem Neubau von fünf Gebäuden mit rund 100 kleinen Wohnungen.
Der Abriss der acht alten Gebäude mit 45 überwiegend kleinen Zwei-Zimmer-Wohnungen dort hat bereits im November begonnen. „Diese Wohnungen waren nicht mehr sinnvoll vermittelbar“, meint Gerald Kraus, Prokurist bei der GGH. Viele hätten kein eigenes Bad und Durchgangszimmer. „Das entspricht nicht mehr heutigen Anforderungen“, meint Kraus. Zudem seien die Häuser alt – aus den Jahren 1930 bis 1931.
Für das Projekt hat die GGH allerdings einen Kooperationspartner: das Universitätsklinikum. Das wird den überwiegenden Teil der Einheiten für die Dauer von 30 Jahren anmieten und an Angestellte vermieten. „Hauptsächlich an Pflegeschüler“, meint Kraus. Aber auch einige andere Festangestellte könnten in den neuen Wohnungen unterkommen. Und das für maximal acht Euro pro Quadratmeter. „Ein Toppreis“, findet Kraus. Die Siedlung sei prädestiniert für die Kooperation mit der Uniklinik. Schließlich sei das Neuenheimer Feld ganz einfach fußläufig zu erreichen. Nur der Wieblinger Wehrsteg müsse überwunden werden. Und: In der Siedlung sind kaum Stellplätze für Autos realisierbar. Deshalb sei sie auch ungeeignet für Familien, die auf Stellplätze angewiesen seien. So werde nur ein kleiner Teil der neuen Wohnungen direkt durch die GGH vermietet.
Das Projekt ist für ihn dringend notwendig. „Das Klinikum muss Wohnraum anbieten, um Pflegekräfte zu bekommen“, sagt der GGH-Prokurist. Und davon profitiere letztlich die ganze Stadt. Kraus jedenfalls findet: „Das ist eine tolle Sache.“ Die Bauarbeiten für die neuen Häuser sollen im ersten Quartal des kommenden Jahres beginnen, der Bauantrag ist eingereicht. Fertig sein soll alles im Jahr 2021. 10,8 Millionen Euro werden investiert, gefördert wird das Projekt im Rahmen des baden-württembergischen Landesbauförderprogramms.
Vier der neuen Gebäude werden zwei Geschosse haben, eines drei. In diesem letzten Haus sind auch ein Raum für den zukünftigen Hausmeister sowie ein Gemeinschaftsraum für alle Bewohner vorgesehen. Vor gut einem Jahr seien die ersten Mieter aus den abrissreifen Häusern ausgezogen. Kraus versichert: „Alle haben neue Wohnungen aus unserem Bestand bekommen.“ Neben den fünf Gebäuden sind im Bebauungsplan auch sieben Reihenhäuser auf den Grundstücken Wieblinger Weg 14 und 16 vorgesehen. Die Planungen dazu seien mit dem Stadtplanungsamt und dem Bauamt abgestimmt.