Heidelberg: Jetzt gibt es wieder weiches Wasser in Handschuhsheim und Neuenheim
Von Birgit Sommer
Heidelberg. Dank der vielen Regenfälle in den letzten Wochen können die Stadtwerke Heidelberg jetzt wieder das weiche Handschuhsheimer Quellwasser nutzen. Die Inbetriebnahme der Quellen für die Versorgung der Haushalte in den oberen Hanglagen von Handschuhsheim und Neuenheim sowie zwischen Hirschgasse und Haarlass wird derzeit vorbereitet. Die Umstellung ist nach Angaben einer Sprecherin der Stadtwerke für die nächste Woche geplant – noch vor dem dritten Advent.
Es zeichne sich ab, dass die Handschuhsheimer Quellen, unterstützt durch die Quellen in Ziegelhausen, genügend Trinkwasser für die Versorgung lieferten, sagte die Sprecherin. Und weil der Wasserverbrauch im Winter sowieso geringer ausfalle als in den Sommermonaten, sollte die Schüttung ausreichen. Derzeit laufen noch Laboranalysen zur Qualitätsüberwachung. „Im Frühjahr steigt erfahrungsgemäß der Wasserverbrauch wieder. Ob eine Versorgung aus den Quellen dann noch möglich ist, hängt davon ab, ob in den kommenden Wochen weiterhin durchschnittliche Niederschläge fallen“, schränkte die Stadtwerkesprecherin noch ein.
Schon in der ersten Juli-Woche 2019 hatten die Stadtwerke umgestellt: Statt des gewohnten weichen Hangwassers bekamen die Haushalte kalkhaltiges Grundwasser geliefert. Juni und Juli fielen wieder viel zu trocken aus. Zudem litt der Boden immer noch unter dem extrem trockenen Vorjahr 2018. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) war 2018 das wärmste Jahr seit Beginn der deutschlandweiten Wetterbeobachtung im Jahr 1881 – und gleichzeitig ein extrem trockenes Jahr. Von Ende Juli 2018 bis zum Frühjahr 2019 mussten die betroffenen fünf Prozent der Heidelberger Haushalte schon einmal auf das weiche Wasser verzichten, ebenso wie drei Jahre zuvor von Mitte Juli bis November 2015.
„Nach Aussage des Umweltbundesamtes waren die Böden bereits im Frühjahr 2019 sehr trocken, die durchschnittliche Bodenfeuchte lag im April deutlich unter den Vorjahreswerten“, erklärte die Sprecherin der Heidelberger Stadtwerke. Erst im vergangenen September änderte sich die Situation: Es gab wieder mehr Regen. Allerdings brauchte es Zeit, bis der ausgetrocknete Boden durchfeuchtet war, Regen wieder in die tieferen, quellbildenden Schichten vordringen und sich wieder neue Wasserreserven bilden konnten. Die Niederschlagsmenge ist für die Stadtwerke aber nur ein Aspekt, wenn es um die Verbesserung der Quellschüttung geht: Es gab vor allem im Spätsommer und Herbst 2019 einige Starkregentage, an denen das Wasser kaum in den Boden einsickerte, sondern an der Oberfläche abfloss.
Vor mehr als 20 Jahren lief auch noch das weiche Wasser vom Schlossberg in die Heidelberger Wasserleitungen. Doch diese Quellen dienen laut den Stadtwerken schon seit 1997/98 nicht mehr der Versorgung.