Ich nutze die Amazon Echo Buds seit einer Woche — und sie sind besser als Apples Airpods
Alexa von Amazon erobert die Welt. Weltweit stammen 25,4 Prozent aller neu erworbenen Smart Speakern in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 von Amazon, wie das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen Canalys ermittelt hat. Damit hat das Unternehmen die Konkurrenz wie Baidu und Google überholt. Alexa hat sich selbst in der Popkultur etabliert — mit ihrem eigenen Sketch in der US-amerikanischen Abendshow Saturday Night Live.
Trotz alledem hat Amazon noch keinen Weg gefunden, seinen Einfluss über die heimischen vier Wände auszudehnen. Zwar gibt es eine Alexa-App für Smartphones, doch mit vorinstallierten Sprachassistenten wie Siri von Apple oder dem Google-Assistant konnte sie bislang nicht mithalten.
Das will Amazon mit den Echo Buds ändern, der Antwort auf die Apple-Airpods und andere kabellose Kopfhörern, die sich in den vergangenen Jahren etabliert haben.
Noch sind die Echo Buds in Deutschland nicht erhältlich. In den USA kosten sie etwa 130 US-Dollar, sodass man etwa von 120 Euro Kaufpreis in Deutschland ausgehen kann. Ähnlich wie bei der Homeassistentin braucht ihr nur „Alexa“ zu sagen, um die Funktionen zu aktivieren — und mit dem integrierten Sprachassistenten im Handy könnt ihr euch auch verbinden. Außerdem haben die Echo Buds zwei äußere und ein inneres Mikrofon, durch die Umgebungsgeräusche reduziert werden.
Die Echo Buds erscheinen in den USA am selben Tag wie die Apples neue Airpods Pro. Im vierten Quartal 2018 haben Kopfhörer von Apple 60 Prozent der Marktanteile ausgemacht, heißt es in einer Studie des US-amerikanischen Marktforschungsunternehmens Counterpoint Research. Amazon macht sich nun also daran, diese Marktvorherrschaft zu brechen — wir haben die Echo Buds für euch getestet.
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So sehen die Amazon Echo Buds aus und so fühlen sie sich an
Die Echo Buds sind schwarz mit einem kleinen blauen Detail, das sich in der Nähe der kleinen Spitze fürs Ohr befindet. Es erinnert ein bisschen an den leuchtenden Ring, den der Echo hatte. Sie sind genauso geformt wie die Galaxy Buds von Samsung, die jedoch ein wenig kleiner und leichter sind als das Pendant von Amazon.
Auch die Hülle der Echo Buds ist ein gutes Stück größer als die der Airpods und der Galaxy Buds. Das ist etwas umständlicher, wenn man sie in der Hosentasche oder einer kleinen Tasche verstauen will. Allerdings musste ich die Kopfhörer während meiner Testwoche nicht einmal aufladen, was die Größe ein wenig wettmacht.
Doch wie lange der Akku hält, hängt natürlich davon ab, wie intensiv man sie nutzt. Ich habe sie hauptsächlich genutzt, um Spotify zu streamen, und das nur etwa 40 Minuten an drei Tagen in der Woche sowie an zwei Tagen eine Stunde lang beim Sport.
Die meiste Zeit lagen die Echo Buds bequem in den Ohren, auch während der Workouts und auf meinem Arbeitsweg. Nur einmal ist ein Earbud fast aus meinem Ohr gefallen, als ich laufen war — eine Situation, die ich so gut wie nie mit Airpods habe. Amazon liefert Aufsätze in kleiner, mittlerer und großer Größe mit, sodass ihr die für euch passenden aussuchen könnt.
Dennoch finde ich, dass die Airpods viel besser sitzen als die Echos. Sie sind leichter und einfach einzusetzen.
Die Nutzung
Ihr könnt sie auf zwei Wegen aktivieren: Entweder ihr sagt laut „Alexa“ oder ihr drückt einmal auf die Buds, wenn sie in euren Ohren sind.
Beide Methoden haben gut funktioniert; die Echo Buds haben genauso gut auf „Alexa“ reagiert wie Alexa selbst. Sie machen sogar das gleiche Kennungssignal wie der Amazon Echo. Die zweite Generation der Airpods hingegen hat ein solches Signal nicht, das euch sagt, dass Siri zuhört.
Klickt ihr zweimal auf einen der Buds, könnt ihr zwischen der Geräuschreduktionsfunktion von Bose und dem Passthrough-Modus wechseln. Mit Letzterem nehmt ihr auch Geräusche aus der Umgebung wahr.
Haltet ihr den linken oder rechten Kopfhörer gedrückt, aktiviert ihr den Assistenten auf eurem Smartphone — Siri, wenn es sich um ein iPhone handelt oder den Google Assistant bei Android. Das hat etwas mehr Aufwand und manchmal auch einen zweiten Versuch erfordert. Um ehrlich zu sein, fand ich es ein wenig umständlich und hab es deswegen nicht so häufig genutzt.
Ihr könnt diese Funktionen wie Geräuschreduktion und Passthrough-Modus auch in der Alexa-App einstellen.
Alexa To Go
Das Wichtigste an den Echo Buds ist natürlich die Funktion, Alexa unterwegs zu aktivieren.
Doch sie sind nicht die ersten Kopfhörer, die das können. Jabra's Elite Active 65t zum Beispiel haben diese Fähigkeit auch, genauso wie die kabellosen WF-1000XM3-Kopfhörer von Sony.
Doch mit der Einführung der Echo Buds hält Amazon Hersteller dazu an, ihre Angebote auch für Anwendungen außerhalb des Hauses zu optimieren — und geht mit eigenem Beispiel voran. Noch in diesem Jahr sollt ihr mit den Buds herausfinden können, ob euer Supermarkt das Produkt verfügbar hat, das ihr sucht, und in welcher Abteilung es liegen könnte.
Das ist nur eine kleine Änderung; und sie wurde noch nicht veröffentlicht, sodass ich sie noch nicht testen konnte. Doch sie liefert einen Einblick darin, wie sich Amazon die Nutzung Alexas außerhalb des Hauses vorstellt.
Ansonsten funktioniert Alexa genauso wie ihr es kennt — ihr könnt sie auffordern, Musik spielen zu lassen, Nachrichten oder das Wetter aufzusagen, Dinge auf eure Einkaufsliste zu setzen. Ruft ihr Alexa, wenn ihr Musik hört, senkt sie die Lautstärke, damit ihr die Antwort hören könnt — ähnlich wie es Siri mit der zweiten Generation der Airpods handhabt, wenn ihr Musik hört.
Die Breite, die Amazon im Shopping in Kombination mit den Smart-Home-Optionen bietet, verschafft Alexa einen erheblichen Vorteil gegenüber Siri. Während meiner Zeit mit den Echo Buds hab ich Alexa ab und zu darum gebeten, etwas auf meine Einkaufsliste zu setzen. Das konnte Siri für mich nicht erledigen. Außerdem könnt ihr die Echo Buds verwenden, um damit andere Echo-Geräte zu steuern — ein Feature, mit dem Apple mit Sicherheit nicht mithalten kann, da es über kein Smart-Home-Gerät verfügt.
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