Ladenburg: Grillen auf der Fährwiese soll eingeschränkt werden
Ladenburg. (stu) Die Ladenburger Fährwiese ist im Sommer ein beliebter Treffpunkt zum Grillen oder Picknicken. Tausende Besucher – die meisten davon kommen nicht aus Ladenburg – nutzen die optimalen Bedingungen, um besonders am Wochenende zu feiern. Die unschönen Folgen davon sind Berge an Müll und viel Lärm. Während andere Kommunen auf ihren Grillwiesen bereits Verbote und Regeln umgesetzt haben, hatte Bürgermeister Stefan Schmutz zunächst versucht, mit geringfügigen Einschränkungen eine Besserung zu erzielen.
Einweggrills wurden verboten, größere Müllcontainer aufgestellt, ein Sicherheitsdienst war am Wochenende im Einsatz. All das kostete in diesem Jahr mehr als 10.000 Euro. Zu teuer, sagt die Stadt nun – und will drastischer durchgreifen.
Schmutz hatte bereits vor zwei Jahren angekündigt, nach einer Beobachtungsphase noch einmal im Gemeinderat über die Situation auf der Fährwiese sprechen zu wollen. Das Fazit fiel in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Mittwochabend ernüchternd aus.
Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, die die Müllcontainer leeren, waren an 22 Wochenenden durchschnittlich täglich drei Stunden im Einsatz und entsorgten über die Grillsaison hinweg rund 80 Kubikmeter Müll. Der Spitzenwert an einem Wochenende belief sich auf 20 Kubikmeter. Für Personal und Entsorgung fielen dafür schätzungsweise 12.500 Euro an. Der beauftragte Sicherheitsdienst war zudem rund 120 Stunden im Einsatz. Kostenpunkt: noch einmal 2500 Euro. „So wollen und können wir nicht fortfahren“, sagte Schmutz.
Ein totales Grillverbot will die Verwaltung aber nicht durchsetzen, gebrutzelt werden soll in Zukunft nur noch an drei ausgewiesenen Stellen. Schmutz bat in der Ausschusssitzung um ein Stimmungsbild, denn die Investition für den Bau der stationären Grills will er bereits im Haushalt 2020 festhalten, der noch im Dezember verabschiedet werden soll.
CDU-Sprecher Günter Bläß hält nicht viel von der Verwaltungsidee. Eine Lösung sei nur möglich, wenn auf der Fährwiese ein totales Grillverbot eingeführt wird. Nur so lasse sich das Müllaufkommen reduzieren.
Die Grünen konnten sich dagegen mit der Verwaltungsidee anfreunden. Jenny Zimmermann und Alexander Spangenberg forderten jedoch eine Kaution, die für die Nutzung der jeweiligen Grills hinterlegt werden soll. Damit lasse sich ein Streit um die Grillplätze vermeiden und die Kaution soll nur zurückgezahlt werden, wenn der Grillplatz in einem ordentlichen Zustand verlassen wird. „Nur wenn es die Leute am eigenen Geldbeutel spüren, wird sich eine Verbesserung einstellen“, sagte Spangenberg.
Kontrovers wurde die Überlegung von SPD-Stadtrat Steffen Salinger diskutiert, nur für Ladenburger eine Grillgenehmigung zu erteilen. Ein Grillverbot wollen die Sozialdemokraten nicht durchgesetzt wissen, denn nicht jeder habe die Möglichkeit, sich im Grünen zu erholen. Die wenigsten Bürger hätten einen eigenen Garten.
Der Bürgermeister griff das Stimmungsbild der Ausschuss-Mitglieder auf und will nun die Mittel für die Grillstationen in den Haushalt stellen. Wie viele Stationen gebaut werden sollen, darüber könne in den Haushaltsberatungen noch gesprochen werden. Aber: Je mehr Grillstationen gebaut werden, umso mehr Müll wird auch anfallen.