Hoffenheim gegen Köln: Rang zwei im Visier
Von Achim Wittich
Zuzenhausen. Vor der letzten Länderspielpause des Jahres machte sich der Tross der TSG 1899 Hoffenheim am Donnerstag nach getaner Trainingsarbeit auf den Weg nach Köln, wo am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) beim kriselnden „Effzeh“ der fünfte Bundesliga-Sieg in Serie gefeiert werden soll. Gelingt das, würde die Mannschaft von Trainer Alfred Schreuder vorübergehend auf den zweiten Platz im Fußball-Oberhaus klettern.
Schöne Aussichten, doch der niederländische Coach wird in der Domstadt auf seinen kroatischen Vizeweltmeister Andrej Kramaric verzichten müssen. Schreuder bestätigte auf der Pressekonferenz in Zuzenhausen, dass es „diese Woche nicht so gut lief“ beim Stürmer, der schon zuletzt im Pokal beim MSV Duisburg und im Heimspiel gegen den SC Paderborn nicht mit dabei war, nachdem er zuvor gegen Schalke 04 und bei Hertha BSC Berlin jeweils über 90 Minuten ein starkes Comeback nach seiner langen Verletzungspause gefeiert hatte.
Bereits nach dem Paderborn-Spiel hatte Schreuder von einer „Reaktion“ bei Kramaric gesprochen und bestätigte am Tag vor dem Gastspiel am Rhein, dass das Sorgenkind medizinisch „genau“ untersucht worden sei und in „ein bis zwei Wochen wieder fit“ zur Verfügung stehen werde. Allerdings hat Kramaric eine offizielle Einladung des kroatischen Verbandes für das EM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (16. November) erhalten und wird dieser Einladung auch Folge leisten.
Im Gegensatz zu Kramaric darf sich Diadie Samassékou darauf freuen, wieder zum Aufgebot der Kraichgauer zu gehören. Nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel schloss Schreuder zwar aus, dass es für den Malier schon für einen Einsatz über die komplette Spieldauer reicht, aber der Zwölf-Millionen-Einkauf von RB Salzburg könnte im RheinEnergieStadion Spielpraxis erhalten.
Über die Tatsache, dass beim Gegner Trainer Achim Beierlorzer bei einer Niederlage gegen den Dorfklub mit Sicherheit entlassen wird, wollte sich dessen Kollege nicht allzu viele Gedanken machen. „Wir fokussieren uns auf unser eigenes Spiel“, sagte Schreuder und wiederholte erneut, dass seine Jungs „gierig“ und „hungrig“ weiter auf der Erfolgsspur bleiben wollten.
In „Kölle“ dagegen versucht Beierlorzer, mit Durchhalteparolen Optimismus zu verbreiten: „Ich bin zuversichtlich, dass diese Mannschaft in der Lage ist, Hoffenheim zu schlagen“, verkündete er. Was bleibt ihm anderes übrig? Nach der desaströsen Vorstellung beim Pokal-Aus gegen Saarbrücken und der Pleite im Derby bei Fortuna Düsseldorf sind die Kölner Tabellenvorletzter und meilenweit entfernt von ihren eigenen Ansprüchen. Gerade einmal sieben Punkte stehen nach zehn absolvierten Begegnungen auf der Habenseite und die Vereinsbosse dürften sich auf die bevorstehende Ligapause freuen, um dann etwas Zeit bei einer bevorstehenden Trainersuche zu gewinnen.
„Hoffe“ dagegen würde wohl lieber im Spielrhythmus bleiben. Mit Mainz 05 (24.11) und Düsseldorf (30.11.) stehen nach dem Auftritt in der Karnevalshochburg zwei Heimaufgaben bevor, die für die hungrigen TSGler nicht zur Magenverstimmung führen sollten. Läuft es weiterhin so gut, könnte dann gar ein zweiter Rang im Tableau nicht nur eine Momentaufnahme sein.