Ärger um Enduro-Geländefahrt: Grünen-Rat lehnte Veranstaltung des Motor-Sport-Clubs Mauer ab
Von Jutta Trilsbach
Mauer. Alle zwei Jahre veranstaltet der 1950 gegründete Motor-Sport-Club (MSC) die Classic-Enduro-Geländefahrt, in Erinnerung an die früheren „Schweren Badischen Geländefahrten“. Auch im September 2020 plant der MSC die Rundfahrt mit Start in Mauer. Zur Durchführung der elften Veranstaltung dieser Art benötigt der MSC die Genehmigungen seitens des Landratsamts Rhein-Neckarkreis, der Unteren Naturschutzbehörde und des Kreisforstamtes sowie die Zustimmung der im Rundkurs angefahrenen Gemeinden. Deshalb ließ Bürgermeister John Ehret in der jüngsten Gemeinderatssitzung darüber abstimmen. Doch auch wenn die Mehrheit grünes Licht gab, wurde Kritik laut. Von den Grünen gab es eine Nein-Stimme und eine Enthaltung.
Manfred Watzlawek (Grüne) begründete sein Nein auf Zahlen: Demnach erwarte der MSC 250 Teilnehmer, die einen Rundkurs von 44 Kilometer Länge dreimal fahren. „Das würde bedeuten, dass die Anwohner an der Strecke 750 Motorräder zu ertragen haben, dass etwa 33.000 Kilometer zurückgelegt werden, dass circa 2000 Liter Sprit, ohne Katalysator oder Filter, verbrannt werden“, so Watzlawek. Ähnliche Veranstaltungen seien von zwei Landratsämtern nicht genehmigt worden und würden nicht mehr in die Zeit mit Klimawandel, Feinstaub, Lärmschutzplänen und sonstigen Immissionen passen. In Mauer, so Watzlawek, habe sich mit immer neuen Baugebieten, Erweiterung von Industriegebieten und dem Steinbruch sowie dem Bevölkerungszuwachs und höheren Verkehren viel verändert. Die Belastungen für die Einwohner würden steigen.
„Wir als Gemeinde können diese Veranstaltung ja nicht genehmigen, wir können sie nur gutheißen“, erwiderte John Ehret. „Ich wage es zu bezweifeln, dass das Landratsamt Heidelberg seine Zustimmung verweigert.“
Rainer Drös (CDU) fand die Classic-Enduro-Geländefahrt noch einigermaßen vertretbar: „Früher hat der Naturschutzbund schon ein Veto eingelegt, die Strecke wurde daraufhin verlegt und es ist bisher nichts passiert, was die Natur beschädigt hätte.“ Allerdings sei die Parksituation für die Besucher nicht vertretbar, so Drös. Dem stimmte der Rathauschef zu und versprach, dass die Verwaltung ein Auge darauf haben werde.
Andreas Raser (UfM) meinte, die Parksituation sei die eine Sache, die andere die Wiederherstellung des Geländes. „Bisher hat die Wiederherstellung immer geklappt, die Enduro-Fahrt ist eben auch eine Attraktion für unsere Gemeinde mit Teilnehmern aus ganz Deutschland und dem Ausland.“
Rainer Stern (CDU) bestätigte dies. Er wies jedoch darauf hin, dass der Veranstaltungstermin nicht gleichzeitig mit der Einschulung stattfinden solle, denn da gäbe es große Parkplatzprobleme an der Schule.