Mannheim: Fast 23 Jahre nach dem Geldtransporter-Überfall kommen die Täter in Haft
Von Willi Berg
Mannheim. Die Tat liegt fast 23 Jahre zurück. Im Januar 1997 hatten Gangster einen Geldtransporter auf der A 5 überfallen und dabei mehr als 836 000 DM erbeutet. Jetzt hat das Mannheimer Landgericht einen der Täter zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Strafkammer befand den 52-jährigen Kroaten des schweren Raubes für schuldig.
Der wegen mehrerer Überfälle in seiner Heimat vorbestrafte Mann hatte in dem Prozess ein Geständnis abgelegt. Ein 53-jähriger Mitangeklagter aus Bosnien-Herzegowina wurde freigesprochen. Ihm war eine Beteiligung nicht mit Sicherheit nachzuweisen. Der filmreife Coup am Abend des 23. Januar 1997 hatte damals für großes Aufsehen gesorgt.
Zuvor hatten die Ganoven den Geldtransporter einer Mannheimer Firma wochenlang ausgespäht. Am Tattag folgten sie dem Fahrzeug, darin befanden sich die Tageseinnahmen mehrerer Geschäfte. In der Autobahnausfahrt Schriesheim/Ladenburg bremsten sie den Transporter aus und zwangen den Fahrer anzuhalten.
Ein zweites Auto mit einem aufgesetzten Blaulicht stellte sich dahinter quer. Die maskierten Männer zwangen Fahrer und Beifahrer auszusteigen. Bedrohten sie mit einer Maschinenpistole, einer Pump-Gun, einem Revolver – und der Attrappe einer echt wirkenden Panzerfaust.
Danach sperrten sie die beiden in den Geldtransporter ein und flohen mit der Beute, die sie untereinander aufteilten. Zwei der Täter sind bereits vor längerer Zeit zu Haftstrafen verurteilt worden. Die beiden Angeklagten, die jetzt vor Gericht standen, konnten erst in diesem Jahr aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen werden.
Update: Freitag, 8. November 2019, 0 Uhr
Mannheim. (dpa/lsw) Nach einem Überfall auf einen Geldtransporter vor 22 Jahren bei Ladenburg geht jetzt der Prozess gegen zwei von vier Beschuldigten zu Ende. Am Landgericht Mannheim wird am Donnerstag ein Urteil erwartet.
Den beiden wird schwerer Raub vorgeworfen: Sie sollen zusammen mit zwei anderen schon verurteilten Komplizen im Januar 1997 eine Polizeikontrolle vorgetäuscht und die beiden Fahrer des Geldtransporters mit Waffen überwältigt haben. Sie flohen mit einer Beute von 840.000 Mark - umgerechnet etwa 420.000 Euro - in vier Geldkoffern.
Die Staatsanwaltschaft hat Freiheitsstrafen von zwei Jahren und sechs Monaten beantragt, der Verteidiger eines Angeklagten Freispruch. Die Plädoyers der Verteidiger des anderen Angeklagten stehen noch aus (Az.: 6 KLs 400 Js 4813/99).
Bei dem Überfall sollen die Täter mit einer geladenen Maschinenpistole, einer geladenen Pumpgun, einem geladenen Revolver sowie einer Panzerfaustattrappe Fahrer und Beifahrer eingeschüchtert haben. Das Geld sei nach dem Überfall unter den Tätern zu gleichen Teilen aufgeteilt worden. Einer der beiden Angeklagten soll nach der Tat der Staatsanwaltschaft zufolge in seine Heimat im ehemaligen Jugoslawien geflohen sein und sich dort längere Zeit in Haft befunden haben. Er sei ebenso wie der andere untergetauchte Angeklagte im Februar 2019 aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen worden.