Sulzfeld: Gemeinde erhöht Kindergartengebühren
Von Detlef Brötzmann
Sulzfeld. Ein Antrag von Rolf Becker (SPD), auf die Erhöhung der Elternbeiträge für die Kita-Betreuung zu verzichten, hatte auf der letzten Sitzung des alten Gemeinderats keinen Erfolg. Zehn der 15 Ratsmitglieder sprachen sich dagegen aus. Ein Mitglied enthielt sich der Stimme.
Im Gegenzug gab es für die von der Verwaltung vorgestellten Zahlen und die damit verbundene Gebührenerhöhung um durchschnittlich drei Prozent für das kommende Kindergartenjahr eine breite Zustimmung.
Mit der Entscheidung folgte der Rat mehrheitlich einer aktuellen Empfehlung des Gemeindetages Baden-Württemberg. Nach dessen Auffassung sollte mit den Elternbeiträgen grundsätzlich ein Kostendeckungsbeitrag von 20 Prozent erreicht werden. In Sulzfeld sind es nach aktuellen Berechnungen für das Kindergartenjahr 2019 gerade 15 Prozent. Hauptamtsleiter Heiko Röth erläuterte in der Sitzung die aktuellen Zahlen.
Die Gebühren für die Ganztagesbetreuung in der Krippe lagen in der Vergangenheit unter den Empfehlungen des Gemeindetages. Der Gemeinderat beschloss deshalb eine schrittweise Angleichung. Lag der Gebührensatz für das erste Kind in der Einrichtung im Jahr 2017 noch bei 480 Euro, so werden die Eltern ab September 545 Euro berappen müssen.
Für Gemeinderat Uwe Gablenz ist das zu viel. Bei zwei Kindern in der Betreuung und monatlich weiteren 65 Euro für Verpflegung sowie einer ganzen Reihe von privaten Vorsorgeaufwendungen für Kranken- und Alterssicherung können sich Eltern solche Gebühren nach Auffassung Gablenz’ kaum mehr leisten.
Etwas entspannter sieht die Lage bei den Kindergartengebühren für Kinder ab drei Jahren aus. Hier erhöhen sich die Elternbeiträge für ein Kind in der Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit (VÖ) zwischen 7 und 13.30 Uhr von 155 Euro auf 160 Euro. Bei der Ganztagesbetreuung (drei bis fünf Tage) steigt der Betrag von 232 Euro auf 239 Euro für das erste Kind in der Einrichtung.
Des Weiteren ging Hauptamtsleiter Röth im Zuge der Kindergartenbedarfsplanung auf die Entwicklung der Kinderzahlen ein. Derzeit stehen 165 Kindergartenplätze in sieben Gruppen und drei Einrichtungen zur Verfügung. Im Laufe des Kindergartenjahres 2019/20 soll das Angebot um eine weitere Gruppe im evangelischen Kindergarten erweitert werden.
Somit zeigt sich die Lage bei einem Bedarf von voraussichtlich 169 Betreuungsplätzen als entspannt. Im Folgejahr rechnet die Gemeinde mit einer Steigerung des Bedarfes auf insgesamt 174 Plätze. "Die Kinderzahlen bleiben auf hohem Niveau stabil", folgerte Röth. Erst für das Jahr 2022 sei unter aktuellen Voraussetzungen mit einem Rückgang auf 158 Kinder zu rechnen. Diese Prognose steht allerdings unter dem Vorbehalt eines Einwohnerzuwachses, der sich durch Bautätigkeit im Neubaugebiet Kürnbacher Weg andeutet, sowie einer steigenden Erwerbsquote der Frauen.