Familientreffen mit Käfer, Grill und Ente: Kultige Blech-Veteranen in Bad Rappenau
Von Ines Schmiedl
Bad Rappenau. Ihr 14. Treffen konnten die Käfernarren Jagstfeld bei wunderbar sonnigem Wetter und sommerlichen Temperaturen am Ortsrand von Bad Rappenau veranstalten. Immer mehr wird es zu dem, was sich die Veranstalter seit einigen Jahren wünschen: ein markenoffenes Oldtimertreffen.
Da steht das schmucke Käfer Cabrio einträchtig neben dem Trabant 601, etwas weiter parken ein VW-T2a-Bus und ein Barkas, davor rangiert eine Ente neben einem Kadett ein. Fast 300 alte Fahrzeuge mit Kultstatus haben sich am Himmelfahrtstag auf den Wiesen um das Schwabs Country Inn im Gimperner Weg 4 versammelt. "Das ist Rekord, so viele Teilnehmer hatten wir noch nie am Vatertag", freut sich Thomas Urban, einer der Gründer des Treffens und der Käfernarren.
Deutlich mehr Fläche als sonst mussten für die Old- und Youngtimer freigemacht werden. Auf den Wiesen des weitläufigen Grundstücks geht es zu wie bei einem Familientreffen: In kleinen Grüppchen stehen die Zelte zusammen, einige alte VW Busse - wegen ihres bulligen Erscheinungsbildes auch Bullis genannt - dienen als Wohnmobile, vor Wohnwagen spielen Kinder.
Die Oldtimerbegeisterten sitzen beisammen, grillen gemeinsam, plaudern über Gott, die Welt und natürlich über altes Blech und sehen dabei ziemlich entspannt aus. Überall wird gescherzt und gelacht. An den Abenden spielen verschieden Bands - die Autofreunde lassen sich nicht lange bitten und grooven zur Musik bis weit in die Nacht hinein.
Das Fachsimpeln, aber auch die Suche nach oft nur noch schwer zu findenden Ersatzteilen, lockt einige der Oldtimerfahrer immer wieder nach Bad Rappenau, und meist findet sich auch jemand, der jemanden kennt, der jemanden kennt, mit genau dem lange gesuchten Bauteil.
Doch mehr und mehr andere Dinge gibt es inzwischen ebenfalls zu erwerben - T-Shirts mit originellen Sprüchen oder selbst genähte und gehäkelte Sachen. Die Tombola ist in diesem Jahr einen Flohmarkt gewichen.
Am "Grillkäfer" heißt es schon am Nachmittag: "Wir haben leider keinen Kartoffelsalat mehr. Brötchen sind auch aus, nur noch Brot zu den Grillwürsten." Denn mit einem solch großen Andrang haben die Käfernarren offenbar nicht gerechnet. Urban sieht es gelassen: "Heute geht es schon irgendwie, morgen können wir wieder einkaufen."
Viele Besucher sind ohnehin Selbstversorger, vor allem diejenigen, die im Zelt oder im zum Campingwagen ausgebauten Kleinbus übernachten. Denn abends brennt am Rand der Kurstadt nicht nur ein gemütliches Lagerfeuer, um das die Besucher sitzen können. An den Abenden spielt Livemusik.
"Man trifft hier immer viele Bekannte", freut sich Wolfgang Brell. Von ihm stammt die Wackelente, die in regelmäßigen Abständen Kinder über den Platz kutschiert. Auch am Samstag gibt es auf dem Gelände am Gimperner Weg ein freudiges Kommen und Gehen, und zum Abschluss spielt am Abend die beliebte Band "Overload".