Sanierung des Carl-Benz-Stadions: Bessere Lautsprecher und ein neuer Rasen
Von Volker Endres
Mannheim. Die Lizenzspieler des SV Waldhof sind in die Dritte Liga aufgestiegen. Nun soll das heimische Carl-Benz-Stadion in der Mannheimer Oststadt den Kickern folgen. Mit einer Investition in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro macht die Stadt als Eigentümer das Stadion derzeit drittligatauglich. Vor der Spielsaison 2020/21 soll auch eine Rasenheizung für weitere 470.000 Euro eingebaut werden.
Das letzte Tor auf dem Rasen schoss Marcel Seegert. Wo vor knapp zwei Wochen der Abwehrspieler getroffen hatte, stehen nun Bagger und Planierraupen. Daneben türmen sich Betonbruchstücke und Erdhaufen. Die Spielfläche im Stadion taugt derzeit höchstens für Abenteuerspiele mit Eimer und Förmchen. Aber die Zeit drängt. Denn Ende Juli soll dort wieder der Ball rollen.
"Wir haben beantragt, dass wir am ersten Spielwochenende auswärts antreten dürfen, damit wir etwas mehr Puffer haben", erklärt SVW-Geschäftsführer Markus Kompp. Eine Bitte, die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) wohlwollend angenommen worden sei. Endgültiges könne man aber erst in ein paar Wochen sagen, wenn der neue Rahmenspielplan veröffentlicht wurde. "Die Alternative wäre ein Ausweichstadion am ersten Spieltag. Aber das wollen wir auf alle Fälle vermeiden", sagt der Geschäftsführer.
Das wäre auch für die Stadt eine Blamage, sagt der für Immobilienmanagement und Sport zuständige Bürgermeister Lothar Quast (SPD). Als Eigentümerin des Stadions ist die Stadt für die nötige Infrastruktur zuständig. "Investitionen in die sportliche Infrastruktur und deren Erhaltung sind für eine Sportstadt essenziell", betont Quast.
Dem Pächter SV Waldhof müsse man deshalb den ordnungsgemäßen Spielbetrieb in der Dritten Liga ermöglichen. Dafür sei nicht nur ein neuer Rasen nötig, betont Quast. Vor allem müsse man in die Anlagen für Videoüberwachung und Stadiondurchsagen investieren. Der erste Bauabschnitt in diesem Jahr umfasst die Sanierung des Rasens und die Erneuerung der Rohre für die Beregnungsanlage. Außerdem werden die Voraussetzungen für die vom DFB geforderte Rasenheizung geschaffen. Diese soll in einem zweiten Bauabschnitt in der kommenden Sommerpause an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Die Ausnahmegenehmigung dafür sei bereits beantragt, sagt Quast. Das Geld hat der Gemeinderat aber noch nicht bewilligt.
In einem ersten Schritt wurde bereits die Flutlicht- und Beschallungsanlage erneuert. "Am Montag nach dem letzten Spiel rollten die Steigfahrzeuge über den Rasen", berichtet Uwe Kaliske, Leiter des Fachbereichs Sport und Freizeit. Mittlerweile genüge das Flutlicht auch den Ansprüchen des Fernsehens für die Dritte Liga. Auch die Beschallung habe sich verbessert. "Lauter wird es dadurch nicht", verspricht Kaliske mit Blick auf die Anwohner im benachbarten Stadtteil Neuostheim. "Aber die Durchsagen sind besser zu verstehen." Das sei vor allem für die Sicherheitsanweisungen wichtig. Weitere 560.000 Euro flossen in die Ertüchtigung der Videoüberwachung. Diese soll die Arbeit der Polizei bei Vorfällen wie dem abgebrochenen Aufstiegsspiel vor einem Jahr erleichtern.
Auf die Steigfahrzeuge folgten die Raupen, die den Regionalliga-Rasen entsorgt haben. Gerade sind sie dabei, den Boden für die Drittliga-Spielfläche zu ebnen. "Auch die Beregnungsanlage war nicht mehr zeitgemäß und störungsanfällig", erläutert Quast. Dabei habe man auch Umweltaspekte beachtet. So wird das Regenwasser in einem Pufferspeicher gesammelt, der fast so groß ist wie ein Schwimmbecken und vor dem Gästeblock eingegraben wurde.
"Wir liegen sogar etwas vor dem Zeitplan", sagt Kaliske. Den Vorsprung habe man unter anderem in Sonntagsschichten erarbeitet. Doch nicht nur das Spielfeld wird fit gemacht. Auch im Bereich hinter der Haupttribüne tut sich einiges: "Wir erweitern gerade unseren VIP-Bereich auf drei Stockwerke und schaffen außerdem Platz für die Geschäftsstelle", erklärt Kompp. Wegen der Öffnung der Otto-Siffling-Tribüne (OST) als Stehplatzbereich sowie zur Lizenzerteilung für die Profiliga hat er hingegen noch keine Neuigkeiten zu verkünden. "Die Unterlagen sind eingereicht und wir warten auf den Bescheid."