Von Lohrbach nach Obrigheim: Betrieb zieht nach 50 Jahren um
Von Peter Lahr
Obrigheim. "Wir unterstützen Sie gerne", boten Mosbachs Oberbürgermeister Michael Jann und sein Obrigheimer Kollege Bürgermeister Achim Walter dieser Tage Jens und Nadine Keßler von der Firma "Kälte Sigmund" an. Zwischen Spatenstich und Richtfest hatte man im Interkommunalen Gewerbegebiet Techno ein Vor-Ort-Treffen arrangiert, um den aktuellen Zustand des Projekts in Augenschein zu nehmen.
"Es ist für uns eine relativ große Hausnummer, nach 50 Jahren in Lohrbach umzuziehen, um den Betrieb zu erweitern", erklärte Geschäftsführer Jens Keßler. Kälte Sigmund habe den Schritt ins Techno aus zwei Gründen gewagt: Einerseits sei hier genügend Erweiterungsfläche vorhanden, die es so nicht am alten Standort gebe. Zudem liege der Interkommunale Gewerbepark genau in der Richtung, wo die meisten Kunden herkommen.
Zum Betrieb zählen derzeit 14 Mitarbeiter, neben Monteuren auch Bürofachkräfte. Der Neubau verbindet ein Verwaltungs- und Bürogebäude mit einer Lagerhalle. Kesslers Dank ging zudem an Christoph Kuhnert von der Volksbank Mosbach.
"Wir bauen schlüsselfertig und können als Generalunternehmer genau kalkulieren", erläuterte Willi Heiß, Geschäftsführer der Firma "Kurpfalz Massivhaus". Die Architekten und Bauleiter Thomas Schramm und Martin Krahl ergänzten: "Die Bauaufgabe ist recht schlicht und wir bevorzugen zurückhaltende Lösungen." Aufgrund der Topographie habe man zu Beginn mit den verschiedenen Raumkörpern etwas "spielen" müssen.
Auf dem Dach werde eine Photovoltaikanlage Strom gewinnen. Geheizt werde mit einer Wärmepumpe, die der Bauherr praktischerweise gleich selbst montieren könne. Nachdem die Förderung durch das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum bewilligt wurde, laufe nun alles "rund". Bis zum Frühjahr soll der Neubau bezugsfertig sein.
"Eine gewisse Dynamik bei der Nachfrage", konstatierte OB Jann, der zudem Vorsitzender des Zweckverbands Geno ist, der den Techno entwickelt, vermarktet und betreut. Besonders die Nachfrage nach großen Flächen steige. Hier werde in Kürze ein weiterer Verkauf abgeschlossen. Mittlerweile sei auch die Anbindung "nur" an eine Bundesstraße kein Problem mehr für Firmen.
Bürgermeister Achim Walter berichtete, dass sich das Augenmerk vieler Betriebe gezielt auf bereits erschlossene Bauflächen richte.
Etwa die Hälfte des 26 Hektar großen "Technologie- und Gewerbeparks Neckar Odenwald", so die offizielle Bezeichnung, sei verkauft, konkretisierte Alfred Schumacher. Über seine Zeit als städtischer Wirtschaftsförderer hinaus betreut er den Gewerbepark als Geschäftsführer.
Derzeit sei man "gut dabei". Wichtig für ihn sei generell eine harmonische Durchmischung des Bestands. Manche Anfrage habe er deshalb auch negativ beantworten müssen. Als nächstes Projekt stehe die Verlegung der DRK-Station zur Notfallausrüstung von Asbach hierher an.