Walldorf: Tempo 30 auch auf "der letzten Rennstrecke"
Walldorf. (rö) Gilt bald in ganz Walldorf Tempo 30? Wenn es nach einem Antrag der SPD-Fraktion geht, dem der Gemeinderat einhellig zustimmen konnte, könnte das der Fall werden. Noch darf auf der Bahnhofstraße und der Nußlocher Straße 50 km/h gefahren werden, wie Christian Schick für die SPD ausführte.
Beide sind zwar Bestandteil der Kreisstraße K4256, doch inzwischen habe sich die allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung geändert: Unter anderem ist die Geschwindigkeit im Bereich "von an Straßen gelegenen Kindergärten" sowie Alten- und Pflegeheimen "auf Tempo 30 zu beschränken", heißt es dort.
Die SPD sieht dies laut Schick durch den Haupteingang des Kindergartens St. Marien in der Nußlocher Straße und die Seniorenwohnungen des Hopp-Stifts II in der Bahnhofstraße gegeben. Zudem spreche die Lärmkartierung eine deutliche Sprache: Mit 4000 bis 5000 Fahrzeugen täglich gebe es in der Nußlocher Straße "verschiedene Lärm-Hot-Spots", die Bahnhofstraße sei mit bis zu 9000 Fahrzeugen "ein einziger Lärm-Hot-Spot". Von Tempo 30 erhoffe man sich neben dem Schutz von Kindern und Senioren auch für die Anwohner weniger "erhebliche Störungen der Nachtruhe" und weniger "gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die dortige Raserei".
Die Nußlocher Straße sei "die wohl letzte Rennstrecke in Walldorf", bestätigte Uwe Lindner (CDU), der sich von Tempo 30 mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhoffte. Die Grünen hätten schon vor Jahren flächendeckend Tempo 30 gefordert, sagte Wilfried Weisbrod, das sei damals aber nicht möglich gewesen. Der Antrag sei sinnvoll, man unterstütze ihn.
Die FDP hat laut Dagmar Criegee bereits im April in einer Ausschusssitzung darauf hingewiesen, dass inzwischen auch auf Kreisstraßen Tempo 30 möglich sein müsse. "Mit einer Reduktion der Geschwindigkeit wird nachhaltige Klimapolitik gemacht", es gebe weniger Lärm und Schadstoffe. Gleichzeitig brauche es dann aber auch eine Überwachung. Neben Hinweisen an den Ortseingängen fordere die FDP auch regelmäßige Kontrollen.
Bürgermeisterin Christiane Staab kündigte an, dass man die Geschwindigkeitsreduktion auf den beiden Straßen "zeitnah" beim Landratsamt beantragen werde. Klaus Brecht, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Umwelt, erklärte abschließend, dass die Stadt auf klassifizierten Straßen keine Geschwindigkeitskontrollen durchführen darf.