Mosbach: Entsorgungswildwuchs auf dem Grüngutplatz
Von Ursula Brinkmann
Lohrbach. Es ist weder grün noch gut, was sich gerade auf dem Grüngutsammelplatz auf der Lohrbacher Höhe ansammelt: Plastikmüllsäcke in allen Farben, Eimer mit Leim- und Farbresten, PVC-Folien, Styropor- und Rigipsplatten, Autoreifen mit und ohne Felgen, Gartenstühle, Decken, Fußbälle.
Norbert Schneider und Jürgen Brauch reicht es nun bald. Die Ortsvorsteher von Lohrbach und Reichenbuch haben - zusammen mit allen Beteiligten, der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises (AWN), der Stadt Mosbach und dem Maschinenring - jahrelang auf Verantwortungsbewusstsein gesetzt und appelliert, dass auf dem Grüngutplatz nur das abgeladen wird, was dort abgeladen werden darf.
Es steht klipp und klar am Eingang: Baum-, Strauch- und Heckenschnitt sowie Rasenschnitt, Gartenabfälle und Laub. Schluss. Vor einigen Jahren hat die Stadt Mosbach 60.000 Euro in die Hand genommen, um das Areal so herzurichten, dass für Letzteres - verholztes Material - ein Schotteruntergrund, für das feuchtere, feine unverholzte Material ein betoniertes Fahrsilo mit Sickerschachtanlage gebaut wurde. Schilder weisen klar darauf hin, wo was abgeladen werden darf.
So weit so gut. Nur, wenn außer verholztem und unverholztem Material solches dort lagert, dass auch in Hunderten von Jahren nicht verrottet und nicht kompostiert werden kann, dann nützt die beste Sammelstelle nichts. "Ich habe selbst schon beobachtet, wie ein Mann alte Holzbierkisten aus seinem Auto dort ausgeladen hat und ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er wohl etwas ‚verloren‘ habe."
Mit derart freundlichen Hinweisen könnte es nun bald vorbei sein. Schneider informierte die AWN, die den unpassenden Müll vom Grüngutplatz entsorgen wird (auf Steuerzahlers Kosten). AWN-Geschäftsführer Dr. Mathias Ginter sieht als Alternative, sollte sich das Verhalten einiger Zeitgenossen nicht ändern, nur noch den Weg, den Platz dicht zu machen.
"Das hieße", so Norbert Schneider, "dass ein Zaun drumherumkommt, ein Tor, und das öffnet sich nur noch für ganz enge Anlieferungszeiten." Wahrscheinlich nicht gerade an Samstagen, einem allseits beliebten Anlieferungszeitpunkt.
Es seien ja nur wenige schwarze Schafe, bedauern die Ortsvorsteher, käme es so weit. Denn dann hätte die Mehrzahl der ordnungsgemäß Handelnden unter einigen wenigen Umweltsündern zu leiden. Norbert Schneider geht davon aus, dass die, die den Platz zweckentfremden, dies ganz bewusst tun und scheut sich daher nicht, dazu zu ermuntern, die Fremdmülltäter zu melden.
"So sie denn beobachtet werden." Werden sie "erwischt", müssten mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. "Das kann bis zu 50.000 Euro sein", gibt Schneider die Hoffnung noch nicht ganz auf, dass es zu einer Lösung kommen möge, die die Einzäunung des Grüngutplatzes nicht erforderlich macht.