Neckar-Odenwald-Kreis: Madonnenlandbahn soll schneller werden
Neckar-Odenwald-Kreis. Die Strecke der Madonnenlandbahn soll attraktiver gestaltet werden. Wie genau das funktionieren kann, wollen die Landkreise Neckar-Odenwald und Miltenberg mit einem Gutachten ausloten. Derzeit, so war im Kreisausschuss in Miltenberg zu vernehmen, ist es unter anderem aufgrund vieler ungesicherter Bahnübergänge nicht möglich, eine schnelle Bahnverbindung zwischen Miltenberg und Seckach sicherzustellen.
Durch den notwendigen 20-minütigen Aufenthalt in Walldürn gestalten sich außerdem die Übergänge in Miltenberg und Seckach zu den Anschlusszügen sehr schwierig. Dies mache die Strecke für Transitreisende unattraktiv, so der Nahverkehrsbeauftragte Karl-Heinz Betz. Die Untersuchung soll die Schwachstellen der Strecke ermitteln und erkunden, welche Reserven zur Verfügung stehen und wie eine beschleunigte Fahrt möglich wäre. Rein technisch wäre auf der 43 Kilometer langen Strecke Tempo 80 möglich, so die Westfrankenbahn, wären da nicht die vielen ungesicherten Bahnübergänge.
"Der Westfrankenbahn bist du relativ egal"
Derzeit beschäftigt die Fahrgäste der Madonnenlandbahn aber weniger die langsame Geschwindigkeit bei der Fahrt, sondern ob die Züge überhaupt fahren. "Der Westfrankenbahn bist du am Wochenende relativ egal. Sie lassen alles ausfallen und schicken dir einen Bus, der viel zu spät kommt und keine Fahrräder mitnimmt", empört sich eine Passagierin im Internet.
Noch bis zum 6. Januar verkehrt an Wochenenden, Feiertagen sowie an Heiligabend und Silvester kein einziger Zug zwischen Miltenberg und Seckach. Stattdessen fahren an diesen 31 Tagen Busse als Schienenersatzverkehr. Während die Busse in Buchen, Walldürn und Seckach die Bahnhöfe direkt anfahren, müssen Fahrgäste in Rippberg, Hainstadt, Buchen-Ost und Bödigheim an anderer Stelle zu- und aussteigen.
"Unsere derzeitige Personalsituation ist durch einige Krankheitsfälle trotz dauerhafter Nachausbildung von Fahrdienstleitern nicht ganz optimal", erklärt Denis Kollai aus der Geschäftsleitung der Westfrankenbahn die drastische Maßnahme. "Wir bemühen uns aber um eine schnellstmögliche Lösung im Sinne aller." Bei der Auswahl der wegfallenden Leistungen hat die Westfrankenbahn nach eigenen Angaben darauf geachtet, dass Zugverbindungen entfallen, die "deutlich weniger Fahrgäste betreffen".
Von den Ausfällen sind aber nicht nur Fahrgäste aus der Region und Fahrten am Wochenende betroffen. Wirft man einen Blick auf den offiziellen Twitter-Account der Westfrankenbahn, sieht man, dass dort bis Freitagmittag allein für Donnerstag und Freitag dieser Woche 14 Zugausfälle und fünf Teilausfälle gemeldet wurden - unter anderem im Main-Tauber-Kreis und in Miltenberg. Dennoch kritisieren mehrere Kommunalpolitiker zurecht, dass die Probleme vornehmlich auf die Passagiere der Madonnenlandbahn umgewälzt werden - um anderen Fahrgästen "einen stabilen und zuverlässigen Fahrplan anzubieten", wie es die Westfrankenbahn selbst schreibt.