Adler Mannheim: Tabellenführung mit 3:1 gegen Ingolstadt verteidigt
Von Rainer Kundel
Mannheim. Der sportliche Vergleich Nordbaden gegen Oberbayern ging am Freitagabend auf ganzer Linie an die Kurpfalz. Anderthalb Stunden nach dem 4:0-Sieg des SV Sandhausen gegen den FC Ingolstadt schickten die Adler Mannheim mit einem souveränen Auftritt im Spitzenspiel des 12. Spieltages der Deutschen Eishockey-Liga den ERC Ingolstadt 25 Kilometer nordwestlich vom Hardtwald in der SAP Arena mit 3:1 (1:0, 1:1, 1:0) geschlagen nach Hause.
Das Duell Erster gegen Zweiter war zunächst eine einseitige Angelegenheit. Ein Angriff auf den anderen rollte auf das Tor von Panther-Schlussmann Timo Pielmeier zu, den die Adler allein im ersten Drittel mit 15 Schüssen eindeckten. Sein Gegenüber Dennis Endras musste dagegen nur viermal bei harmlosen Situationen eingreifen.
In der Offensive fanden die erstmals mit dem 318-fachen NHL-Crack Ryan Garbutt angetretenen Donaustädter nicht statt. Bevor Markus Eisenschmid bei der Adler-Führung in der 14. Minute mit seiner Schnelligkeit aus den neutralen Zone zwei Gegenspieler abhängte und flach verwandelte, hatte Pielmeier vornehmlich gegen die stark aufspielende Reihe Plachta-Desjardins-Wolf und nach einem Solo des starken Sinan Akdag Schwerstarbeit zu leisten.
Im Mittelabschnitt wurde der Spielverlauf für 30 Sekunden auf den Kopf gestellt. Larkin brummte nach einem Bandencheck eine Strafzeit ab, ein Vorteil, den der schussgewaltige Maurice Edwards (25.) humorlos zum 1:1 ausnutzte. Anders als in der letzten Saison kann eine solche Aktion die Blau-Weiß-Roten nicht von ihrer Flugbahn abbringen.
Noch in derselben Minute dokumentierte eine tolle Einzelleistung von Luke Adam zur neuerlichen Führung das Selbstvertrauen und den Siegeswille des aktuellen Adler-Jahrgangs. Der Kanadier tankte sich von der rechten Bande über die Zone hinterm Tor nach links, bis er sich eine optimale Schussposition verschafft hatte.
Eine Erhöhung des Vorsprungs lag während einer doppelten Überzahl über volle zwei Minuten in der Luft, allerdings agierte man gegen die eng stehende Ingolstädter Box etwas umständlich. Kurz vor der zweiten Pause rasselte Eisenschmid aus vollem Lauf im Fallen in das umgestürzte Tor des Gegners und musste mit einer kleinen Verletzung am Kopf in die Kabine. Es sah schlimmer aus als es war, der Allgäuer kehrte zum Schlussabschnitt aufs Eis zurück.
Erst jetzt erhöhte der deutsche Meister von 2014 die Schlagzahl, so dass sich eine offene Auseinandersetzung mit rassigem Körperspiel entwickelte. Nicht mehr ganz so temporeich wie zuvor und eher von der Taktik geprägt, ließen die sehr diszipliniert agierenden Gastgeber nichts anbrennen, auch wenn die endgültige Entscheidung bis zum Empty net-Goal von Luke Adam 35 Sekunden vor Schluss auf sich warten ließ.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Diese Partie hatte mehr als 9491 Besucher verdient, die verkorkste Spielzeit 2017/18 wirkt wohl bei einigen Zweiflern noch nach…
Adler Mannheim - ERC Ingolstadt 3:1 (1:0, 1:1, 1:0), Tore: 1:0 Eisenschmid (14.), 1:1 Edwards (26.), 2:1 Adam (26.), 3:1 Adam (60.); Schiedsrichter: Hoppe (Bad Nauheim), Rantala (Finnland); Strafminuten: 4/6; Zuschauer: 9491.