Schilderverkauf im Karlsruher Tiefbauamt: "Vorsicht Kinder" zählt zu den Favoriten
Von Volker Knopf
Karlsruhe. Ein Baustellenschild oder doch lieber eine Ampel? Der Schilderflohmarkt des städtischen Tiefbauamts in Karlsruhe hat längst Kultstatus. Alle zwei Jahre werden ausrangierte Originale aus dem Straßenverkehr feilgeboten. Am Samstag ist es wieder soweit.
Im Betriebshof in Mühlburg gehen ausrangierte Baustellen-, Einbahnstraßen-, Radfahrer-, Stopp- oder Straßennamenschilder aus Emaille über den Verkaufstresen. Mehr als 2000 Schilder stehen zur Verfügung.
"Wir haben Sammler aus ganz Süddeutschland, die von Frankfurt, Mainz, Stuttgart oder von noch weiter her zu uns kommen. Wir sind das einzige Tiefbauamt in Deutschland, das so eine Aktion macht", erklärt Gunther Lott, Leiter der Abteilung Verkehrslenkung des Tiefbauamts. Die Einnahmen würden Kinderprojekten zugute kommen.
Seit 1999 gibt es den außergewöhnlichen Markt. Seit jener Zeit wurden insgesamt rund 100.000 Euro für soziale Zwecke eingenommen. Etwa 60.000 Schilder sind im Verkehr der Fächerstadt installiert. Etwa 2000 werden pro Jahr ausgetauscht, weil sie beschädigt sind oder nicht mehr reflektieren.
"Ich habe mich Ende der 90er Jahre darüber geärgert, dass der Schrottpreis stark gesunken ist. Andererseits gibt es ja viele Sammler für die originellen Zeichen. Da habe ich mir gedacht, dass könnte eine Win-win-Situation für beide Seiten sein", so Lott. Schon war die Idee zu dem Flohmarkt geboren.
Besonders beliebt seien Sonderzeichen, so der Ingenieur. Auch Schilderklassiker mit Piktogrammen "Vorsicht Kinder" (Mädchen mit Zopf hält kleinen Bruder an der Hand) oder Gehweg (Mutter mit Kind) zählen zu den Favoriten. "Schilder mit einer Dampflok sind meistens auch recht schnell ausverkauft", so Lott.
Ganze Ampelanlagen oder Schilder, die man eher in Skandinavien vermutet, wie "Achtung Elch", gibt es kurioserweise bei dem Schildermarkt des Tiefbauamts ebenfalls. "Der Markt wird immer bekannter. Meistens stehen die Besucher schon vor der Öffnung vor dem Tor unseres Betriebshofs. Da der Schilderflohmarkt nur alle zwei Jahre stattfindet, tragen sich das viele im Kalender rot ein. Da setzt meist schon recht früh ein Gedränge ein", weiß Lott aus Erfahrung.
Und offensichtlich suchen viele Personen (und nicht nur Sammler) nach kuriosen und außergewöhnlichen Dekorationen für ihre privaten Räumlichkeiten. Zudem werden am Samstag auf persönlichen Wunsch Straßennamenschilder produziert. Die Mitarbeiter des Karlsruher Betriebshofs arbeiten an diesem Tag ehrenamtlich und rüsten sich schon für den großen Ansturm.
Info: Nächster Schilderflohmarkt des Karlsruher Tiefbauamts an diesem Samstag, 28. Juli, von 10 bis 14 Uhr, Neureuter Straße 21, Karlsruhe-Mühlburg.