Dielheimer Gemeinderat: Viele Fragezeichen auf der Ausgabenseite
Dielheim. (rö) Für Kämmerer Hagen Zuber war es der letzte Finanzbericht, den er dem Dielheimer Gemeinderat vorlegte. Am 1. Juli war Zuber als Nachfolger von Dieter Steinbrenner zum neuen Bürgermeister von Zuzenhausen gewählt worden, am 1. Oktober wird er das Amt antreten.
"Danke" für die in Dielheim geleistete Arbeit und Glückwunsch zur Wahl sagten deshalb jetzt die Fraktionssprecher Klaus Eberle (CDU), Markus Wodopia (SPD) und Ute Sendner (Bürgerinnen).
Bürgermeister Thomas Glasbrenner hatte einleitend darauf hingewiesen, dass man im ersten doppischen Haushaltsplan der Gemeinde von einem negativen Ergebnis in Höhe von rund 850.000 Euro ausgegangen war. Inzwischen zeige sich aber ein "leicht anderes Bild", das auf eine Ergebnisverbesserung hoffen lasse.
Das liegt laut Glasbrenner einerseits an der Mai-Steuerschätzung, die etwas höhere Einnahmen verspricht, zum anderen aber auch daran, dass das Bauamt zu Jahresbeginn deutlich unterbesetzt gewesen sei und deshalb viele Maßnahmen erst mit Verzögerung angegangen werden könnten.
Nach jetzigem Stand sieht Kämmerer Zuber bei den Steuern, allgemeinen Zuweisungen und Umlagen Mehreinnahmen von knapp über 100.000 Euro.
Während die Gewerbesteuer rund 70.000 Euro unter der Prognose von 1,5 Millionen liegt ("da waren wir in den letzten Jahren etwas verwöhnt", so Zuber), haben sich vor allem die Schlüsselzuweisungen des Landes dank einem "schönen Nachschlag" deutlich erhöht: um mehr als 114.000 Euro, sodass der Kämmerer bis Jahresende mit rund vier Millionen rechnet. Geringere Anstiege erwartet Zuber auch bei der Grundsteuer B, dank dem Neubaugebiet Erlenbachwiesen, und beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer.
"Wir können mit der Einnahmenseite zufrieden sein", sagte der scheidende Kämmerer. Die Ausgabenseite ist dagegen noch von vielen Fragezeichen gekennzeichnet, "vieles ist noch in der Mache, in der Planung", liegen die tatsächlichen noch weit unter den Ansätzen.
Eine "große Einsparung" konnte Zuber unter "Mieten und Pachten" ankündigen, wo man eine Million Euro für das Containerdorf eingeplant hat, in das der Schulbetrieb während der Sanierung der Leimbachtalschule ausgelagert werden soll. "Das kommt wohl dieses Jahr nicht mehr", so Zuber.
Auch deshalb hat die Gemeinde bislang noch kein Darlehen aufgenommen - bei der Haushaltseinbringung war ein Darlehen in Höhe von fünf Millionen zum sehr günstigen Satz von 0,05 Prozent Zinsen geplant. Aktuell sind die liquiden Mittel der Gemeinde von 9,6 Millionen zu Jahresbeginn aber lediglich auf 9,1 Millionen Euro zurückgegangen. "Wir sind finanziell gewappnet für die Investitionen", sagte Zuber.