Elztal: Aus dem "Schandfleck" soll ein Schmuckstück werden
Von Peter Lahr
Elztal. Insgesamt zehn Tagesordnungspunkte umfasste die letzte Sitzung des Elztaler Gemeinderats vor der Sommerpause. Tatkräftig unterstützt von der Gemeindeverwaltung, führte Bürgermeister Marco Eckl durch den Abstimmungsmarathon, der gut zwei Stunden dauerte und überwiegend mit einstimmigen Beschlüssen endete.
"Wir befinden uns beim Planentwurf", erläuterte Marius Bergmann vom Mosbacher Ingenieurbüro IFK den aktuellen Stand beim geplanten Neubau eines Lebensmittelmarktes in Dallau (Brühl/Neuwiesen). Ein Gutachten zur Überschwemmungssituation und eines zur Lärmemission wurden bereits erstellt.
"Wir haben schon eine enorme Aufschüttung", kommentierte der Experte den benötigten Retentionsausgleich, der 893 Kubikmeter umfasse. Zwei Szenarien untersuchte das Lärm-Gutachten. Bei einer "Andienung" im Tagzeitraum bliebe der Lebensmittelmarkt deutlich unter den Richtwerten.
Bei einer "Nachtandienung" (22 bis 6 Uhr) sähe es dagegen anders aus, dann müssten weitere bauliche Maßnahmen umgesetzt werden. Einstimmig beschloss der Gemeinderat den Entwurf und gab diesen für die Offenlegung frei.
"Die Geburtenzahlen steigen. Wir versuchen deshalb, die Kapazitäten zu erhöhen." So lautete das Grundaussage zur einstimmig beschlossenen Fortführung der Kindergartenbedarfsplanung. Da es bereits ab Herbst in einzelnen Teilorten mehr Kinder als Kindergartenplätze geben könne, versuche man, als Akutmaßnahme eine Erweiterung (Dallau) und eine neue Kleinkindergruppe (Rittersbach) auf den Weg zu bringen.
En bloc stimmte der Gemeinderat auch weiteren "Kindergartenangelegenheiten" mehrheitlich zu (bei einer Enthaltung). Da die Eigenmittel der Kirchengemeinden künftig nicht mehr im bisherigen Umfang zur Verfügung stehen, wird der Anteil der politischen Gemeinde an allen fünf Standorten erhöht. In der Summe komme so ein jährlicher Mehrbetrag von etwa 30.000 Euro auf die Gemeindekasse zu.
Für den zweigruppigen evangelischen Kindergarten in Auerbach beschloss man, die Deckelung der Betriebsausgaben in Höhe von 5500 Euro auch für das laufende Jahr beizubehalten. Für den evangelischen Kindergarten Dallau stimmte man den dort angestrebten längeren Öffnungszeiten zu. Die dadurch benötigten Personal-Mehrkosten lägen etwa bei jährlich 32.000 Euro, wenn es bei der im Moment errechneten 0,65 Stelle bleibe.
Kurz und heftig diskutiert wurde über einen Antrag des SV Dallau, der seinen Sportplatz nach der Wildschwein-Verwüstung mit einem Zaun sichern und zudem mit einer Beregnungsanlage ausstatten will. Bei einer Stimmenthaltung entschieden sich die Räte für beide Maßnahmen. Abzüglich der Zuschüsse des Badischen Sportbundes und eines Eigenanteils des Vereins wolle man je ein Viertel der Gesamtkosten übernehmen. Für die Einzäunung veranschlagte die Firma Conmaco Zaunsysteme & Toranlagen rund 17.640 Euro; für die Beregnungsanlage beläuft sich das Angebot derselben Firma auf 18.300 Euro.
"Es ist heute ein Schandfleck. Aber das Gebäude hat mir gut gefallen." So begründete Thomas Schließmann seine Bauvoranfrage. Er möchte den Auerbacher Bahnhof aus dem Dornröschenschlaf erwecken und dort nach einer Sanierung vier kleinere Wohneinheiten etablieren. Einstimmig gaben die Räte hierfür grünes Licht und stimmten der nötigen Nutzungsänderung zu.
Ebenfalls einstimmig verkaufte man mehrere gemeindeeigene Bauplätze und befürwortete sechs Baugesuche in Muckental, Dallau und Neckarburken; darunter die Überdachung eines bestehenden Reitplatzes in Muckental.
Für den Umbau und die Erweiterung der Kläranlage Neckarburken brachte der Rat Bauarbeiten, Gewerke und Ingenieursleistungen auf den Weg (unter anderem für Schlammentwässerung, ein Labor, eine Phosphatfällmittelstation sowie den Einbau eines Biofilters für die stillgelegte Kläranlage Auerbach im Anschluss ans Ortsnetz Dallau).
Ebenfalls einstimmig vergab man den zweiten Bauabschnitt der Straßenanbindung des Brühlweges von der Brücke bis zur B27 der Firma Lintz & Hinninger. Um Schäden im Dallauer Kanalsystem festzustellen, beauftragte der Rat einstimmig die Firma Lebküchner damit, das Gebiet westlich der Bundesstraße B27 zu "befahren" (rund 86.000 Euro). Zudem ermächtigte man die Verwaltung, die Arbeiten für eine Verkehrsanbindung der neuen Halle der Firma Stipp im Rittersbacher Gewerbegebiet zu vergeben (bis 80.000 Euro).