Hardheim: Neuer Markt hängt weiter in der Warteschleife
Hardheim. (rüb) Wird auf dem Eirich-Gelände in der Würzburger Straße ein Lebensmittelmarkt gebaut? Diese Frage beschäftigt Gemeinderat und Verwaltung seit Jahren, und auch in der Ratssitzung am Montag gab es darauf keine Antwort. Zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten vertagte das Gremium die Entscheidung über einen entsprechenden Bauantrag.
Der Grund: Der Antragsteller hat ein vom Gemeinderat verlangtes Verkehrsgutachten noch nicht vorgelegt. Das ebenfalls geforderte Marktgutachten lag dagegen vor: Darin werden keine negativen Auswirkungen auf vorhandene Geschäfte erwartet.
Wie den Erläuterungen von Bernhard Popp vom Bauamt zu entnehmen war, beabsichtigt die Firma Allobjekt (Würzburg) auf dem brachliegenden Gelände den Bau eines kleinflächigen Lebensmittelmarktes (Verkaufsfläche: 724 Quadratmeter) mit integriertem Backshop (30 Quadratmeter) und einem Getränkemarkt (692 Quadratmeter).
In der Sitzung vom 23. April hatte der Gemeinderat eine Marktanalyse verlangt, um mögliche städtebauliche Auswirkungen zu untersuchen. Durch die neuen Märkte seien keine negativen Auswirkungen zu erwarten, so das Ergebnis. Die ebenfalls geforderte Erschließungskonzeption konnte dagegen nicht rechtzeitig vorgelegt werden: Aufgrund der derzeitigen Auslastung der Baubranche sei es noch nicht fertiggestellt, hatte der Bauherr dem Gemeindeverwaltungsverband am 11. Juli mitgeteilt. Das Regierungspräsidium habe jedoch keine grundsätzlichen Bedenken, was die Verkehrskonzeption angeht, teilte Popp mit.
Auch mit der Schoofs-Gruppe (Frankfurt), dem Eigentümer des Erfaparks, hat die Gemeinde Kontakt aufgenommen. Diese möchte das Einkaufszentrum ja bekanntlich mit neuem Leben füllen und plant dafür, mehrere Gebäude an der Würzburger Straße abzureißen und dort sowie im Bereich des Parkplatzes einen neuen, großflächigen Lebensmittelmarkt zu errichten.
Ihre Antwort: Die Ansiedlung eines kleinflächigen Einzelhandelsbetriebs auf dem Eirich-Gelände habe keine negativen Auswirkungen auf ihr Konzept für den Erfapark.
"Diese Aussage ist für uns von großer Bedeutung", sagte Bürgermeister Volker Rohm. Über Jahre habe die Gemeinde versucht, das Einkaufszentrum vor weiteren Konkurrenten zu schützen. Dass Schoofs nun keine Einwände gegen die aktuellen Pläne geltend macht "hat uns selbst überrascht", so Rohm.
Und dennoch hängt der Bauantrag weiter in der Luft: Denn der Gemeinderat hatte Einwände. Manfred Böhrer (SPD-Bürgerliste) verlas einen fraktionsübergreifenden Antrag, in dem die Vertagung gefordert wurde, weil das geforderte Verkehrsgutachten noch nicht vorliegt. "Wir machen uns unglaubwürdig, wenn wir uns nicht an unsere eigenen Beschlüsse halten", so die Begründung.
Persönlich sehe er in dem Vorhaben aber auch schädliche Auswirkungen auf die städtebauliche Entwicklung und die Planungen der Schoofs-Gruppe für den Erfapark, sagte Böhrer.
Eine Entscheidung zu treffen, ohne dass ein Verkehrsgutachten vorliegt, wäre verantwortungslos, zumal der Verkehr immer mehr zunehme. An der vielbefahrenen Bundesstraße B27 weitere Ein- und Ausfahrten zu schaffen, könnte gefährliche Folgen haben, warnte Böhrer.
Laut Gemeindeverwaltungsverband und Regierungspräsidium könnte das Gutachten nachgereicht werden, teilte Bürgermeister Rohm mit und wies auch darauf hin, dass schon sehr viel Zeit verloren gegangen sei. Dessen ungeachtet entschied sich der Gemeinderat mit sieben zu fünf Stimmen für eine erneute Vertagung.