Sperrzeiten in Heidelberg: Kompromiss beim Zapfenstreich
Heidelberg. (hob) Das Abstimmungsergebnis war denkbar knapp. Gerade eben votierte der Heidelberger Gemeinderat für strengere Sperrzeiten. Dabei setzte sich die CDU mit ihrem Kompromissvorschlag durch. Künftig müssen die Gaststätten in der östlichen Heidelberger Altstadt in den Nächten auf Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag bereits um 1 Uhr, in der Nacht auf Freitag um 3 Uhr und in den Nächten auf Samstag und Sonntag um 4 Uhr schließen.
Die alte Sperrzeitsatzung, wonach die Lokale in den Nächten auf Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag bis 2 Uhr und an den restlichen Tagen bis 4 Uhr ihre Gäste bewirten dürfen, war zuvor vom Verwaltungsgerichtshof in Mannheim für rechtswidrig erklärt worden.
Sowohl die CDU als auch die „Heidelberger“ und die Fraktionsgemeinschaft von Die Linke/Piraten waren mit eigenen Anträgen in die Abstimmung gegangen. Am Ende sprach sich die Mehrheit der Stadträte für den Vorschlag der Union aus.
Mit flankierenden Maßnahmen wie einer personellen Aufstockung des Kommunalen Ordnungsdienstes und der Einsetzung eines Lärmbeauftragten will man nachts in der Altstadt für mehr Ruhe sorgen.
Damit hoffen die Stadträte, die Normerlassklage, die gerade von rund 30 Altstädtern vorbereitet wird, abzuwenden. Die Anwohner wollen mit dieser Klage noch strengere Kneipenöffnungszeiten durchsetzen.
Wenn der Gemeinderat ihr Bedürfnis nach Nachtruhe nun ein weiteres Mal ignoriert hätte, wären selbst Sperrzeiten von 24 Uhr werktags und 1 Uhr am Wochenende denkbar gewesen, so die Befürchtung.
Die neuen Sperrzeiten gelten ab 2. August.