Sinsheim: Aktionstag lockte alte und junge Star-Wars-Anhänger ans Technik-Museum
Von Alexander Becker
Sinsheim. Der Wookie Chewbacca, das über zwei Meter große Zottelwesen, war unbestreitbar der Liebling der Massen. Unzählige Male klickten Kameras und Handys, wenn der beste Freund des corellianischen Schmugglers Han Solo übers Gelände trottete. Für den Mann hinter Maske und Fellmantel war’s Schwerstarbeit: 30 Grad Lufttemperatur brachten selbst die hartgesottensten Krieger aus dem Star-Wars-Universum gehörig ins Schwitzen.
Im Nachgang der Premiere des Science-Fiction-Blockbusters "Solo: A Star Wars Story", der seit Donnerstag in den deutschen Kinos läuft, hatte das Auto- und Technik-Museum zum Star-Wars-Aktionstag eingeladen.
Im Eingangsbereich des Imax-Kinos sowie auf dem angrenzenden Freigelände tummelten sich Dutzende Anhänger der bekannten Space Opera - überwiegend in authentischen, meist selbst gefertigten Kostümen. Das zog auch jede Menge Publikum an. Und selbst die Kleinsten zeigten ihr Star-Wars-Faible.
Der sechsjährige Mika aus Plankstadt etwa steckte im stilechten Sturmtruppen-Kostüm und fühlte sich unter den Klonkriegern, Droiden und Yedi-Rittern offenkundig pudelwohl. Der gleichaltrige Ben aus Sinsheim ließ sich vor allem von den Orangefarbenen des Star-Wars-Kosmos begeistern, ließ sich immer wieder mit Vertretern der "Rebel Legion" knipsen: "Die sehen total echt aus."
"Eigentlich findet das Treffen ja im Winter statt, doch aufgrund des bevorstehenden Hallenneubaus haben wir es ausnahmsweise auf Ende Mai verlegt", erklärte Museumsmitarbeiterin Alla Schneider, die den Aktionstag vorrangig organisiert hat.
Auf ihre Einladung hin war beispielsweise auch Andreas Lukas vom R2-Builder Club an die Elsenz gekommen. Sein ferngesteuerter Astromechdroide R2-D2, eine Art Science-Fiction-Roboter aus den Star-Wars-Filmen, war besonders bei Kindern ein beliebtes Fotomotiv.
Deutlich martialischer gab sich derweil "Hiro Kar" von der "mandalorianischen Beskarschmiede". Der 20-Jährige ist Mitglied des mit rund 200 Aktiven größten Star-Wars-Internetforums Europas. Die Rüstung, die er trug, hatte er als Teenager selbst gebaut. "Damals war ich 14 und vorher eigentlich noch nie mit Metall in Berührung gekommen.
Dank der Hilfe im Forum hat das aber wunderbar geklappt", warb er an der Elsenz um Gleichgesinnte - genau wie eine Gruppe Wookies. "Rillow", eines der Zottelwesen, hatte sich Spezialstelzen unter die Füße geschnallt, um in Originalgröße seines Filmvorbildes auftreten zu können. Wer die Rebellion unterstützen wollte, konnte stattdessen bei "Saberproject" auf dem Freigelände Unterricht im Lichtschwertkampf nehmen.
Um Details ging es gleichfalls bei der Abteilung "Plastik-Modellbau" des Vereins zur Förderung der Luftfahrthistorie der Pfalz. Eigentlich am Standort des Schwestermuseums in Speyer beheimatet, waren mehrere Mitglieder nach Sinsheim gekommen, um mit dem interessierten Nachwuchs verkleinerte Versionen des Star-Wars-Raumschiffes "Millenium Falcon" zu bauen. "Wir haben nur noch drei Bausätze da", bewertete mit Hans-Peter Schäfer eines von ihnen die Publikumsresonanz als durchweg positiv.
Peter Schindler verwandelte derweil ein paar Meter weiter mit der Airbrush-Pistole gleich reihenweise Besucher in Star-Wars-Akteure. "Mit den Einnahmen unterstützen wir das Myelin-Projekt zur Erforschung neuer Therapieansätze für Multiple Sklerose und Leukodystrophien", erklärte er den Hintergrund dieser Aktion, von der es mit einer Tombola zugunsten des Kinderhospizes "Sterntaler" (Mannheim) noch eine weitere gab.
Dies stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass die Akteure des Star-Wars-Aktionstages neben der entsprechenden Fantasiewelt stets auch die Realität im Blick hatten - bis zur nächsten Auflage der langsam aber sicher zur Tradition reifenden Veranstaltung.