Nach dem tödlichen Absturz: Ursachensuche in Reichenbuch dauert lange
Mosbach. (schat) Der 27. Mai 2018 wird wohl als schwarzer Tag für den Segelflugsport in Baden-Württemberg in schlechter Erinnerung bleiben. Gleich zwei Piloten verloren beim Absturz ihrer Segelflieger ihr Leben: In Reichenbuch starb ein 73-jähriger Mosbacher, ein erfahrener Pilot und langjähriges Mitglied der örtlichen Fliegergruppe. Seine Maschine war kurz nach dem Start auf dem Schreckhof auf einen Acker gestürzt und in Flammen aufgegangen, in Nürtingen kam ein weiterer Flieger (ein 60-jähriger Mann) bei einem ähnlichen Absturz ums Leben.
Noch am Unglücksort - am Ortsrand von Reichenbuch unweit der Landesstraße L527 - haben am Sonntagnachmittag Spezialisten der Kriminalpolizei und ein Sachverständiger der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (mit Sitz in Braunschweig) die Ermittlungen zur Absturzursache aufgenommen.
Die Bundesstelle ist zentral für die Untersuchung von Flugzeugunglücken in Deutschland zuständig. "Der Gutachter der Bundesstelle hat schon vor Ort eine Bestandsaufnahme gemacht", berichtet Achim Küller, Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn auf RNZ-Nachfrage.
Das ausgebrannte Segelflieger-Wrack wurde sichergestellt und für weitere Untersuchungen in eine Halle nach Asbach abtransportiert. Einige elektronische Bauteile zur Bestimmung von Fluggeschwindigkeit und -Höhe sind laut Polizeiauskunft bereits am Sonntagnachmittag aus dem Segelflieger ausgebaut worden.
Ob sich daraus aber noch für die Ermittlung der Unfallursache relevante Erkenntnisse gewinnen lassen ist fraglich, die Instrumente wurden beim Aufprall und dem anschließenden Feuer offenbar weitestgehend zerstört.
"Es wird eine Weile dauern, bis der Gutachter zu einem abschließenden Ergebnis kommt", prophezeit Polizeisprecher Küller - und nennt einen Auswertungszeitraum von sechs bis zwölf Monaten. "Das ist wie ein großes Puzzle, bei dem nun die Teile zusammengesetzt werden müssen." Die Frage danach, was letztlich zum Absturz geführt hat, lasse sich also noch nicht zweifelsfrei klären. Möglich seien sowohl ein technisches Problem als auch ein Pilotenfehler.
Laut Zeugenaussagen soll es bereits beim Start des Segelflugzeugs am Flugplatz am Diedesheimer Hamberg Probleme gegeben haben, die Maschine war danach ins Trudeln geraten und schließlich abgestürzt.