Weinheim: Calisthenics-Park am Exotenwald eingeweiht
Weinheim. (keke) "Sport gehört zum Leben", sagen Thomas Oppermann und Andreas Abt. Sport helfe nicht nur, Herzproblemen und Fettleibigkeit vorzubeugen. "Er ist auch sehr wichtig zur Stressbewältigung", wissen die beiden Calisthenics-Profis. Das Konzept des Krafttrainings mit dem eigenen Körpergewicht an Edelstahlgeräten kommt aus Amerika, findet aber auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Bei dem aus dem Griechischen "Kalos" ("schön") und "Sthenos" ("Kraft") zusammengesetzten Sport wird nur der eigene Körper "gestemmt, gehalten oder gestützt".
2013 hatte der seinerzeit erste Weinheimer Jugendgemeinderat die Errichtung einer derartigen Trainings- und Übungsanlage angeregt. Am Samstag wurde die rund 23.000 Euro teure, aus unterschiedlichen Outdoor- Fitnessgeräten wie Klimmzugstangen, Sprossenwand und Hangelstrecke bestehende Anlage von Vertretern des damaligen und des aktuellen Jugendgemeinderates ihrer Bestimmung übergeben.
Ein Vorteil des Calisthenics sei, dass in jeder Altersstufe, in jeder Gewichtsklasse und auf jedem Leistungslevel trainiert werden könne, so Oppermann bei der Erklärung und Demonstration von Klimmzügen im Obergriff ("Pull Ups") und Untergriff ("Chin Ups"), Liegestützen ("Push Ups"), Rumpfaufrichten ("Sit Ups"), Kniebeugen ("Squats"), Hang- ("Front Level") und Stützwaage ("Planche") sowie Wadenheben ("Half Raise").
Dass das Calisthenics-Park-Projekt als "Herzensangelegenheit" des Jugendgemeinderates in die Tat umgesetzt und erfolgreich abgeschlossen werden konnte, freute dessen Sprecher Stefano Bauer, Thomas Bürmann und Iván Leon Furlan Cano.
Auf keinen Fall aber, so das Trio, solle der unterhalb des Katzenlauf-Spielplatzes gelegene Platz nur von jungen Menschen genutzt werden: "An der Eingangspforte zum Exotenwald bietet der ’Sportpark unter freiem Himmel’ ein generationenübergreifendes attraktives Sportangebot für alle Personengruppen und alle Altersstufen."
Im November und Dezember des vergangenen Jahres hatten Mitarbeiter des städtischen Bauhofs die Anlage errichtet. "Denn Sport- und Spielgeräte stellt man nicht einfach mal so wackelig in die Landschaft", sagte Oberbürgermeister Heiner Bernhard und nutzte die Gunst der Stunde, um selbst einmal an einem der Querholme "kurz abzuhängen". Die von ihm ursprünglich angedachte "Riesenfelge" könne er leider nicht vorführen, so der OB darüber sichtlich froh: "Leider ist hierzu keine Sprosse frei."
Der Boden wurde modelliert, der Untergrund mit Vliesstoff und Geröll technisch so aufgearbeitet, dass Regenwasser schnell versickert, ging Bernhard stattdessen auf die technischen Details der Anlage ein. Zur Sicherheit der Benutzer zentimeterdick aufgebrachte Holzhackschnitzel als Fallschutzboden an den rund einen halben Meter tief im Boden verankerten und bis zu drei Meter hohen Sportgeräten sorgen dafür, dass auch Abstürze glimpflich verlaufen. "Mit der Eröffnung des Calisthenics-Parks ist Weinheim um eine freizeitsportliche Attraktion reicher", so der OB angesichts der Tatsache, dass es Deutschland erst knapp 700 solcher Anlagen gibt.
Der Zeitpunkt der Eröffnung sei dabei nicht zufällig gewählt: "Handelt es sich bei der Absicht mehr Sport zu betreiben, doch um einen der beliebtesten Vorsätze zu Beginn eines jeden Jahres." Wichtig für Bernhard war es gleichfalls klarzustellen, dass nicht die Stadt allein die Beschaffung und das Aufstellen der Geräte finanziert habe.
Auch der Jugendgemeinderat habe durch Spendenaufrufe und eigene Aktivitäten, Veranstaltungen und Verkaufsaktionen seinen finanziellen Teil mit dazu beigetragen. Damit stelle der Sportpark ein wortwörtlich zu nehmendes "greifbares" Ergebnis der Jugendgemeinderatsarbeit dar, so Bernhard abschließend.