Linke Kritik am Weinheimer Kriegerdenkmal: Textwüste statt "Eyecatcher"
Weinheim. (RNZ) Wiederholt machte "Die Linke" das Kriegerdenkmal in der Bahnhofstraße in den letzten Jahren zum Thema der politischen Debatte. In seiner bisherigen Form sei es für ein mahnendes Gedenken an die Zeit der Weltkriege nicht angemessen. Daher habe Die Linke erfreut zur Kenntnis genommen, dass seitens der Stadt nun wenigstens eine Tafel mit ergänzenden Informationen angebracht wurde. "Jetzt steht das Denkmal nicht mehr unkommentiert herum", stellte Stadtrat Matthias Hördt fest.
Problematisch findet er allerdings, dass bei diesem Projekt der Gemeinderat nicht eingebunden wurde. "Das Kriegerdenkmal ist ein markanter Ort an einem zentralen Platz in der Stadt, da sollte die Stadtspitze nicht wie bei einer geheimen Kommandosache vorgehen", so Hördt.
Auch die gestalterische Umsetzung der Tafel hält Die Linke für wenig gelungen. "Sie ist leider eine Textwüste, die nicht zum Lesen einlädt", kritisiert Labudda: "Wir wollen eine Tafel mit Eyecatcher." Er wähle bewusst diesen Anglizismus, weil auf der Tafel nur deutscher Text stehe.
Die Linke plädiert für eine mehrsprachige Tafel: "Es kommen auch ausländische Gäste nach Weinheim, da ist eine englische Übersetzung das Minimum", so Labudda. Angemessen fände es seine Partei, wenn die Sprachen der alliierten Befreier Deutschlands berücksichtigt würden, also Englisch, Französisch und Russisch. Ideal wäre es aus Sicht der Linken, wenn noch weitere Sprachen umsetzbar wären, zum Beispiel Türkisch und Arabisch.
Um eine angemessene Gestaltung der Infotafel zu ermöglichen, könnte diese mit einem mehrsprachigen Verweis - auch einem QR-Code für Smartphones - auf eine Internetseite bei der Stadt versehen werden, auf der weitere Informationen über das Denkmal und seine schwierige Geschichte mehrsprachig abgerufen werden könnten.
Nach Wunsch der Linken sollte die inhaltliche und optische Neugestaltung der Tafel und der zugehörigen Webseite in einem Prozess entstehen, der auch Bürgern offensteht. Auf diese Weise würde wie in einer Geschichtswerkstatt die historische Bildung gefördert. Zudem steige durch die Beteiligungsmöglichkeit die Identifikation der Menschen mit der Informationstafel.