Parksituation in Schwetzingen: Rücksicht? Fehlanzeige!
Von Stefan Kern
Schwetzingen. Es ist ein Dauerbrenner. In so ziemlich jeder Kommune landauf, landab gibt es Ärger rund um das Parken. Und auch Schwetzingen ist da keine Ausnahme. Dabei machten Ordnungsamtsleiter Pascal Seidel und sein Kollege Matthias Jäkel gleich zu Beginn eines Gesprächs zur Parksituation entlang der Mannheimer Straße von der Luisenstraße bis zum Rondell klar, dass es die alle glücklich machende Lösung nicht gibt. Es gehe beim Parken, so Bürgermeister Matthias Steffan, immer auch um Rücksicht. Und wer sich mit seinem Roller einen Parkplatz freihält, beweise zumindest ein gewisses Defizit in Sachen Rücksichtnahme.
Bereits vor zwei Jahren beschäftigte sich die Verwaltung mit einer Anwohnerparkzone in diesem Gebiet. Damals gab es aus der Bevölkerung jedoch einigen Widerstand gegen die Einrichtung einer Bewohnerparkzone 3 und so nahm die Stadt von den Plänen Abstand. Zur Entlastung schuf die Stadt rund 30 Parkplätze im Bereich der nördlichen Mannheimer Straße. Trotzdem blieben gerade die innenstadtnahen Straßen weiter stark belastet.
Und so startete die Verwaltung im vergangenen Herbst eine Anwohnerbefragung, um Straße für Straße ein genaues Bild der Bürgervorstellungen zu bekommen. Das Ordnungsamt verschickte 926 personalisierte und straßenbezogene Fragebögen - 312 kamen zurück. Eine Rücklaufquote von fast 34 Prozent. In den Augen Seidels ein durchaus erfreulicher Rücklauf: "Jeder Dritte hat zurück geschrieben."
Insgesamt zeigten die Daten einen kleine Mehrheit für die Einrichtung von Bewohnerparkplätzen. Dabei gibt es aber von Straße zu Straße große Unterschied. Für eine Bewohnerparkzone sprach sich in der Gartenstraße, der Heckerstraße, in der Luisenstraße, der Mannheimer Straße und der Schützenstraße eine klare Mehrheit aus. Gegen das Ausweisen einer solchen Parkzone wandte sich dagegen eine Mehrheit in der Augustastraße, der Grenzhöferstraße, der Leopoldstraße, der Schulstraße, der Viktoriastraße und der Blumenstraße. Wobei bei Letzterer eine Bewohnerparkzone bereits verwirklicht wurde.
Es zeige sich, erklärten Seidel und Jäkel, je näher sich die Straße zur Innenstadt befinde, desto größer sei der Wunsch nach einschränkenden Regeln fürs Parken. Kritisiert wurde mittels Anmerkungen auf den Fragebögen, dass Mitarbeiter von Stadt, Banken und Schulen nicht die für sie vorgesehenen Parkplätze nutzten und dafür Platz im öffentlichen Raum besetzten. Dass Roller oder Anhänger auf der Straße abgestellt werden, um Parkplätze zu reservieren, trifft zunehmend auf Unmut. Unisono wurden deshalb mehr Kontrollen gefordert, vor allem abends.
Wenn alles nach Plan läuft, soll der Gemeinderat in seiner März-Sitzung die Luisenstraße, Schulstraße und Heckerstraße in die Bewohnerparkzone 2 integrieren und mit der Gartenstraße und Schützenstraße sowie der Blumenstraße eine Bewohnerparkzone 3 schaffen.
Eine klare Mehrheit von 21 gegen sechs Stimmen (78 Prozent) stellten sich auch hinter den Vorschlag, die Heckerstraße in eine Einbahnstraße zu verwandeln. Und zwar - auf Wunsch der Bewohner - von der Friedrich-Ebert-Straße kommend in Richtung Mannheimer Straße. In diesem Fall, betonte Seidel, wäre es sinnvoll, die Einbahnstraßenrichtung der Werderstraße zu drehen, damit nicht zwei Einbahnstraßen in die gleiche Richtung aufeinander folgen.
Hier sollen jedoch zuvor noch die Anwohner der Werderstraße zu Wort kommen. Mit diesen Verbesserungen und mit etwas mehr Rücksicht, so hoffen die Gesprächsteilnehmer, könnte es zu einer echten Entspannung der Parksituation kommen.