Eppinger Stadtwald: Das Sturmtief hat nur vereinzelt Schäden hinterlassen
Eppingen. (guz) Als "nicht dramatisch, aber lästig" bezeichnet Martin Rüter, Leiter des Eppinger Forstamtes, die Folgen von Sturmtief "Burglind" im Eppinger Stadtwald. In den beiden Revieren seien nach den starken Böen jeweils "wenige hundert Festmeter" Bruchholz angefallen. Was auf den Wegen lag, ist inzwischen weggeräumt. Der Rest soll aufgearbeitet werden, wenn die reguläre Holzernte eingebracht ist. Im gesamten Forstamtsbezirk Heilbronn wurden 8000 Festmeter Sturmholz gezählt.
Nicht die Menge, wohl aber die Art der umgeworfenen Bäume findet Rüter bemerkenswert. Burglind hatte nicht nur flachwurzelnde und immergrüne Nadelbäume, sondern auch derzeit kahle Lärchen und Laubbäume umgeknickt, die dem Wind eigentlich weniger Angriffsfläche bieten. Und das auch nicht großflächig - betroffen waren nur einzelne Stämme oder kleine "Nester". "Böen-Spitzen können bei aufgeweichten Böden auch an sich relativ sturmfeste Bäume umpusten", erklärt Rüter.
Wegen der laufenden Holzernte, die durch die sehr feuchten Waldböden ohnehin gerade erschwert wird, bleibt der Großteil des Sturmholzes erst mal liegen. Allerdings unter regelmäßiger Beobachtung, zumindest was das Nadelholz angeht, denn dieses ist ein idealer Brutort für Borkenkäfer. "Eine vergessene Fichte kann schnell zur Keimzelle für eine große Käferpopulation werden", weiß Rüter, "und aus einem befallenen Baum werden dann schnell 30 bis 100." Bis Ende März, hofft er, wird das Sturmholz aufgearbeitet sein, wobei natürlich noch weiteres durch neuerliche Winterstürme hinzukommen könnte.
Die wünscht er sich zwar nicht, deutlich kälter aber dürfte es schon sein: "Das täte dem Restprogramm bei der Holzernte sehr gut", erklärt Rüter. Seit Jahren schon werden die Winter wärmer und regenreicher, und der Forstmann weiß aus Erfahrung, dass angesichts der tief eingeschnitten, matschigen Rückegassen wieder etliche Beschwerden von Waldbesuchern kommen werden. "Das sieht nicht schön aus, und uns gefällt das auch nicht", versichert er. Wenn der Boden besonders nass ist, werde die Holzernte durchaus auch mal für einige Tage unterbrochen, aber bevor im Frühling alles grünt und sprießt, müsse die Holzernte abgeschlossen sein.
Einige wenige profitieren dagegen von den tiefen Fahrspuren im aufgeweichten Boden, in denen sich im Frühling das Wasser sammeln wird: Für die seltene und streng geschützte Gelbbauchunke etwa seien die kleinen Wasserlöcher ein Segen. Ihr Nachwuchs, erklärt Rüter, habe darin viel bessere Überlebenschancen als in Teichen und Seen.