Streik in Mosbach: "Mit uns nicht!" (plus Video)
Mosbach. (schat) Die Wirtschaft brummt, die Auftragsbücher sind voll – und die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie wollen ihren Anteil am Erfolg. „Einen fairen Anteil“, wie Andrea Losmann, Betriebsratsvorsitzende beim Haßmersheimer Unternehmen Fibro, am Donnerstagnachmittag auf dem Mosbacher Ludwigsplatz vor großem Publikum bekräftigte.
Rund 250 Mitarbeiter von Fibro/FLT, Honeywell und Zuse Hüller Hille waren dort zusammengekommen, um ihrer Unzufriedenheit über das Tarifangebot von Arbeitgeberseite Ausdruck zu verleihen. Die IG Metall Heidelberg hatte zum Warnstreik aufgerufen.
Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn für Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie sowie die Möglichkeit, die Arbeitszeit befristet auf bis zu 28 Stunden zu reduzieren. Wer reduziert, um Angehörige zu pflegen oder Kinder zu betreuen, soll außerdem einen Zuschuss erhalten.
Vonseiten der Arbeitgeber sieht man bis dato keine Veranlassung, diese Forderung zu erfüllen, hat in der zweiten Verhandlungsrunde für einen neuen Tarifvertrag im Dezember lediglich zwei Prozent Entgelterhöhung angeboten.
„Frechheit, Unverschämtheit, schlechter Witz“ – die Reaktionen auf das Angebot fallen eindeutig aus. Andrea Losmann, Roland Schwarz (BR-Vorsitzender Honeywell) und Michael Seis (2. Bevollmächtigter der IG Metall Heidelberg) stießen beim Warnstreik ins gleiche Horn, kündigten einen harten Kampf – „Mit uns nicht!“ – für die „Bedürfnisse der Beschäftigten“ an.
Es gehe auch darum, „dass wir für unsere Kinder oder zu Pflegende da sein können“, unterstrich Seis in Bezug auf das Reduzierungs- und Rückkehrmodell. Die Arbeitgeber sollten hier ihre Verantwortung für die Gesellschaft auch wahrnehmen.