Grauenvoller Unfall auf der A6: Zwei Menschen verbrennen bis zur Unkenntlichkeit
Von Michael Endres
Bad Rappenau/Sinsheim. Bei einem der schrecklichsten Unfälle der jüngsten Vergangenheit sind am späten Mittwochabend gegen 23 Uhr auf der A6 zwei Menschen getötet und eine Autofahrerin lebensgefährlich verletzt worden. Der folgenschwere Unfall passierte in Höhe des Parkplatzes „Bauernwald“ zwischen Bad Rappenau und Sinsheim.
Ein noch nicht identifizierter Audi-Fahrer war nach ersten Erkenntnissen mit hohem Tempo ungebremst auf das Begleitfahrzeug eines Schwertransporters geprallt. Durch die immense Aufprallwucht wurde das mit zwei Frauen besetzte Absicherungsfahrzeug des Bagger-Tiefladers auf den Schwertransport katapultiert, der Renault und der Audi gingen nach dem verhängnisvollen Crash sofort in Flammen auf.
Bei dem Aufprall wurden sowohl der Audi-Fahrer wie auch die Beifahrerin im Begleitfahrzeug eingeklemmt. Für sie kam jegliche Hilfe zu spät; sie verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Die Fahrerin des Absicherungsautos wurde bei dem Aufprall aus dem Kleintransporter auf die Fahrbahn der A6 geschleudert; nach Angaben der Polizei erlitt sie schwerste Verletzungen und kam mit dem Rettungswagen in eine Klinik.
Andere Verkehrsteilnehmer hatten noch versucht, die eingeklemmten Fahrzeuginsassen zu befreien, doch sie hatten wegen den Flammen und den völlig deformierten Fahrzeugen keinerlei Chance. Zu verheerend war das Inferno aus verbogenem Stahl und Blech.
Als die Feuerwehr Bad Rappenau mit 27 Mann und sechs Fahrzeugen an der Unfallstelle eintraf, bot sich auch ihr ein Bild des Grauens: Die Fahrzeuge standen bereits lichterloh in Flammen, für die eingeklemmten Insassen kam jegliche Hilfe zu spät. Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich noch weitere Personen im Audi befanden, wurden die völlig verkeilten Fahrzeugwracks auseinander geschnitten. Auch hatte es an der Unfallstelle zunächst geheißen, dass man noch ein schreiendes Kind gehört habe, wurde die gesamte Umgebung und der angrenzende Wald beim Rastplatz abgesucht.
Nach ersten Informationen der Polizei war der in Portugal registrierte Schwertransport mit einem Baustellenbagger an der Einfädelspur zum Parkplatz „Bauernwald“ gestanden. Da alle Plätze belegt waren, stand er mit dem Absicherungsfahrzeug außerhalb und noch auf der Autobahn. „Die Aufprallwucht war gewaltig“, bestätigte auch der Sachverständige, der zur Klärung des schrecklichen Geschehens an die Unfallstelle gerufen worden war. Der Motor des Renault lag 13 Meter von den ausgebrannten Wracks entfernt, „da waren riesige Kräfte im Spiel“, erklärte er.
Die A6 war wegen der Unfallaufnahme und Bergung der Fahrzeuge bis 02.30 Uhr in Fahrtrichtung Mannheim komplett gesperrt, der Rückstau reichte bis zur Anschlussstelle Bad Rappenau. Hier wurde der Verkehr ausgeleitet.
An genau der gleichen Stelle starb am 30. Mai 2017 bei einem schweren Unfall ein 45-jähriger Lkw-Fahrer (wir berichteten), als ein Lastzug auf einen stehenden Lkw prallte. Der hatte auch an der Einfahrt zum Parkplatz „Bauernwald“ angehalten und seine Ruhepause eingelegt. Auch damals waren alle Plätze auf der Rastanlage belegt. Bei dem Aufprall auf den spanischen Obsttransporter hatte sich das Führerhaus des Kühltransporters regelrecht in das Heck des Lastzugs gebohrt, der eingeklemmte Fahrer musste mit schwerem Gerät aus der zertrümmerten Kabine befreit werden. Nie konnte geklärt werden, weshalb damals der Lastzug soweit von der Fahrbahn abkam und auf den stehenden Lkw prallte. Gerade dieser schwere Unfall entfachte erneut die Diskussion um die Parkplatzproblematik rund um die A6 als wichtigste Ost-West-Route für den Warenverkehr.