Parkprobleme in Epfenbach: Die Ortsmitte versinkt im Blech
Epfenbach. (cba) Dauerparker blockieren die Plätze in der Ortsmitte. Gaststättenbesucher, Kirchgänger, Kunden und Anwohner haben mehr Autos, als auf den privaten Grund und Boden passen: Die Ortsmitte kann die vielen Autos nicht mehr ordnungsgemäß fassen - ein Problem, das dem Gemeinderat und den Anwohnern unter den Nägeln brennt.
Auch die Ortseinfahrtsstraßen sind von Autos beidseits verengt, sodass kaum mehr landwirtschaftliche Fahrzeuge durchpassen: "Die Beschwerden häufen sich", teilte Bürgermeister Joachim Bösenecker dem Gemeinderat nun mit. Besonders in den Bereichen Marktplatz, Dimpfel und Rote Gasse werde geklagt. Bösenecker will dem Problem mit Kurzzeitparkplätzen Herr werden. Doch der Gemeinderat ist zurückhaltend.
Die Ratsmitglieder Manfred Hafner und Beate Metzler-Klenk sprachen sich mit Nachdruck dafür aus, das Thema in der nächsten Klausurtagung im November zu beraten. "Gewisse Dinge" müsste die Verwaltung noch klären, meinte Hafner, um eine "ausgewogene Reglementierung" herbeizuführen.
So müssten der Soll-Ist-Bestand an der Sparkasse und beim Gasthaus "Linde" erfasst werden sowie die Möglichkeit, zusätzliche Stellplätze zu schaffen, ins Auge gefasst werden. Außerdem sei die Rechtslage im verkehrsberuhigten Bereich, in dem sich der gastronomische Betrieb befindet, erst mal exakt zu ermitteln. Auch die Kirche benötige Parkplätze; in Betracht ziehen solle man überdies einen Behindertenparkplatz in der Nähe des barrierefreien Zugangs zur Kirche.
Die Parkplatznot am Marktplatz treibt Blüten: So werden Autos in der zweiten Reihe abgestellt - ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit. "Die Verwaltung sollte all diese Dinge abklären, damit wir bei unserer Klausur das Thema Park- und Stellplätze in Ruhe besprechen können", so der Appell Hafners, der auch die Parkflächen am sanierten Rathaus sowie am gegenüberliegenden Bäcker- und Metzgergebäude in die Problematik einbezog und auf eine Gesamtlösung ansprach: "Wir brauchen eine Art Parkleitsystem."
Auch Beate Metzler-Klenk bat um mehr Diskussionsspielraum und warf der Verwaltung vor: "Dieser Antrag ist zu kurz gedacht." Sie sprach sich dafür aus, "das ganze Dorf anzuschauen und Parkmöglichkeiten zu schaffen". Auch an der Kreuzung beim Gasthaus "Zum Ochsen" herrsche "so ein Tohuwabohu", in der Eschelbronner Straße beschwerten sich die Anwohner über zugeparkte Einfahrten, im "Steinbergl" hätten es bereits die Rettungsfahrzeuge schwer gehabt, durchzukommen: Beate Metzler-Klenk listete eine Parksünde nach der anderen auf und unterstrich: "All das möchte ich bei der Klausurtagung besprechen."
Bürgermeister Bösenecker hielt das für "unstrittig", rechtfertigte sich jedoch auch: "Wir haben in den vergangenen Jahren jede Möglichkeit genutzt, neue Parkplätze zu schaffen." Dirk Rosenzopf meinte: "Wichtig ist, dass man die Anwohner mitnimmt." Friedbert Ziegler sah das Problem nicht nur auf dem Marktplatz: "Wir können das ganze Dorf nehmen." Ohne Ordnungshüter sei dem jedoch nicht beizukommen: "Da müssen einfach Strafen ausgesprochen werden."
Statt eine Entscheidung zu treffen, wie es die Verwaltung vorgesehen hatte, vertagte der Gemeinderat das Thema.